Abgeschlossene Projekte

Schleißheimer Versteigerung

Die sogenannte Schleißheimer Versteigerung

Im Jahr 1852 wurden aus den Depots der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in Schleißheim, Augsburg und Nürnberg weit über 1000 Gemälde mit Genehmigung des Königshauses öffentlich versteigert. Mit dem Erlös finanzierte man neuzeitliche Ergänzungen zur Wittelsbacher Ahnengalerie. Noch heute tauchen auf dem Kunstmarkt immer wieder Gemälde auf, die Inventarzettel der Zeit auf der Rückseite tragen. Unter den vermeintlich entbehrlichen Gemälden befanden sich leider auch Perlen wie Dürers „Hl. Anna Selbdritt“ (heute in New York, Metropolitan Museum of Art) und Grünewalds „Maria-Schnee-Wunder“ (heute in Freiburg, Augustinermuseum). Das Projekt von Gisela Goldberg, vormalige Referentin für altdeutsche Malerei und verantwortlich für die Inventare, behandelt die Vorgeschichte und Umstände der Versteigerung, die, anders als die populäre Bezeichnung es will, tatsächlich an drei Orten stattfand: in München, Augsburg und Nürnberg. Der Text wird im Oberbayerischen Archiv 137 (München 2013, S. 235 – 275) gedruckt. Digitalisate der originalen Versteigerungskataloge sind online auf der Website des Zentralinstituts für Kunstgeschichte abrufbar.

Das internationale Cranach-Projekt

Die New Yorker Mellon Foundation fördert derzeit ein internationales Forschungsprojekt zu Lucas Cranach dem Älteren. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen als eine der großen Sammlungen von Werken dieses wohl produktivsten Malers der Dürerzeit nehmen daran zusammen mit Museen in Berlin, Dresden, London, New York und Wien teil. Ziel ist es, Forschungsergebnisse zu Werken des Meisters in Bild und Text zusammenzutragen und in einer Datenbank für die Fachöffentlichkeit und andere Interessierte zugänglich zu machen. Was oftmals allzu lang in Schubladen schlummert, bevor es in Buchform den Weg an die Öffentlichkeit findet, soll der Allgemeinheit in kürzester Zeit zur Verfügung gestellt werden und kostenfrei nutzbar sein.

Jan Brueghel d. Ä. – Forschungen zum Bestand

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen besitzen weltweit die umfassendste Sammlung von Gemälden Jan Brueghels d. Ä., die auch Werke seines Vaters Pieter Bruegel, seines Bruders Pieter und seines Sohnes Jan beinhaltet. Seit 2011 wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren der gesamte Bestand, darunter auch Werke, die sich seit Jahrzehnten im Depot der Alten Pinakothek befinden, in Zusammenarbeit mit dem Doerner Institut untersucht. Die digitale Infrarotreflektografie und die Betrachtung mit dem Stereomikroskop gaben Aufschlüsse über den Entstehungsprozess der Gemälde und deren spezifische Malweise. Ziel der Untersuchungen war es, die unterschiedlichen Handschriften der Brueghel-Familie genauer zu definieren und damit zugleich Erkenntnisse über die Werkstattprozesse zu gewinnen. Zuschreibungen sollten präzisiert und die künstlerische Entwicklung über die Generationen hinweg dokumentiert werden.

Die Recherchen ergaben, dass die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen insgesamt 49 eigenhändige Werke Jan Brueghels d. Ä. besitzen; hinzu kommen noch Werkstattarbeiten sowie Werke des Umkreises und der späteren Nachfolge. Die frühesten Beispiele entstanden um 1596 unmittelbar nach seiner Italienreise, die spätesten in den Jahren vor seinem Tod 1625. Mit einer Vielzahl von Landschaften, bäuerlichen Genreszenen, Allegorien und Tierstücken, aber auch eindrucksvollen Beispielen seiner Zusammenarbeit mit anderen Künstlern – darunter die gemeinsam mit Peter Paul Rubens gemalte „Blumenkranz-Madonna“ – präsentiert die Münchner Sammlung alle Facetten seines gemalten Œuvres. Ergänzt wird sie durch zwei Gemälde seines Vaters Pieter Bruegel d. Ä., drei seines Bruders Pieter Brueghel d. J. sowie fünf seines Sohnes Jan Brueghel d. J.

Die Ergebnisse der Forschungen wurden in einem Bestandskatalog veröffentlicht und im Rahmen der Ausstellung „Brueghel. Gemälde von Jan Brueghel d. Ä.“ vom 22. März bis 16. Juni 2013 in der Alten Pinakothek präsentiert.

Kriegsverluste

Das Projekt konnte 2011 abgeschlossen werden. 698 Kriegsverluste der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sind inzwischen in der Datenbank „Lost Art“ abrufbar. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um Werke, die während des Zweiten Weltkriegs – und zumeist bereits seit Jahrzehnten – als Dauerleihgaben in öffentlichen Einrichtungen und Ämtern in ganz Bayern verstreut waren und nicht ausgelagert werden konnten. Die Gemäldebestände der Münchner Häuser und der Zweiggalerien der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben den Krieg bekanntlich an den Bergungsorten verlustfrei überstanden.

Hier gelangen Sie zur Datenbank "Lost Art".