Forschung

Forschung

Die wissenschaftliche Arbeit gehört zu den zentralen Aufgaben der Museen. Auch die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und das ihr angeschlossene Doerner Institut widmen sich in zahlreichen Projekten der Erforschung der Bestände. Das Spektrum reicht von der Provenienzrecherche über Forschungen über die Schwerpunkte unserer Sammlungen bis zu gemäldetechnologischen Untersuchungen.

Bestandskatalog der Florentiner Malerei
Über 70 Gemälde der Florentiner Malerei des 14. bis 16. Jahrhunderts, darunter Werke von Giotto, Fra Angelico, Leonardo und Botticelli, werden in einem interdisziplinären Forschungsprojekt erstmals umfassend erschlossen. Das Team aus Kunsthistorikern, Kunsttechnologen, Restauratoren und Naturwissenschaftlern untersucht die Arbeitsmethoden und die Maltechnik der Florentiner Meister. Die Ergebnisse werden 2017 in einem ausführlichen, umfangreich illustrierten Katalog publiziert. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Ernst von Siemens Kunststiftung gefördert.  

Provenienzforschung
Gemäß der Holocaust Konferenz von 1998 in Washington betreiben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen seit 1999 systematische Provenienzforschung, um die Herkunft von Kunstwerken zu klären, die ab 1933 erworben wurden. Dadurch soll festgestellt werden, ob sich darunter Kunstwerke aus ehemals jüdischem Besitz befinden, die während des Nationalsozialismus unrechtmäßig enteignet wurden. Ziel dabei ist eine möglichst lückenlose Dokumentation der Provenienzen, die die Aufklärung von Eigentumsverhältnissen erleichtert.

Max Beckmann Archiv
Das Max Beckmann Archiv bewahrt über 5000 Briefe, darunter knapp 300 Autographen Max Beckmanns auf, außerdem ca. 6000 Photographien, etwa 60.000 Zeitungsausschnitte und weit über 800 Spezialpublikationen. Nicht publiziertes Material wie Vorträge oder Magisterarbeiten zählt ebenso zu dem stetig anwachsenden Archiv wie Videofilme und Tonträger. Zu jedem Werk Max Beckmanns wird ein eigener Akt angelegt, ebenso wie zu Personen aus seinem Umkreis. Das Archiv wird betreut von der gemeinnützigen Max Beckmann Gesellschaft e.V.

Abgeschlossene Projekte

Schleißheimer Versteigerungen
Bei öffentlichen Versteigerungen in Schleißheim, Augsburg und Nürnberg im Jahr 1852 gelangten über 1000 Gemälde aus den Depots der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen auf den internationalen Kunstmarkt. Die Erforschung der Vorgeschichte und der Hintergründe dieser vom Königshaus genehmigten Versteigerungen zählen ebenfalls zu den Forschungsfeldern der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen nahmen an dem von der New Yorker Mellon Foundation geförderten internationalen Forschungsprojekt zu Lucas Cranach dem Älteren zusammen mit Museen in Berlin, Dresden, London, New York und Wien teil. 

Zwischen 2011 und 2013 erforschten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zusammen mit dem Doerner Institut ihren umfassenden Bestand an Gemälden von Jan Brueghel d. Ä. sowie die seines Vaters, Bruders und Sohnes, um die künstlerische Entwicklung innerhalb der Familie sowie die unterschiedlichen Handschriften der einzelnen Mitglieder zu definieren. 

Auch die Untersuchungen zu Kriegsverlusten der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen konnten 2011 erfolgreich abgeschlossen werden und sind inzwischen in der Datenbank „Lost Art“ abrufbar.