MIX & MATCH. DIE SAMMLUNG NEU ENTDECKEN

Mix & Match: August Macke & David Claerbout

August Macke, Mädchen unter Bäumen, 1914
Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen

David Claerbout, Kindergarten Antonio Sant’Elia, 1932, 1998
© VG Bild-Kunst Bonn, 2022

Details   

MIX & MATCH. DIE SAMMLUNG NEU ENTDECKEN

Pinakothek der Moderne | Kunst
Saal 1-4, Saal 17 (Schrittweise Öffnung von 25 Räumen bis September 2022)

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Im Zuge der Einrichtung der Ausstellung Mix & Match kommt es bis Sommer 2022 zu vorübergehenden Saalschließungen in der Pinakothek der Moderne im Bereich Sammlung Moderne Kunst. Schrittweise mit der Neueinrichtung werden die Säle wieder geöffnet. Sie erhalten somit über das ganze Jahr Einblick in die Entstehung unserer großen Jubiläumsausstellung „MIX & MATCH. Die Sammlung neu entdecken“, die am 14. September eröffnet wird. Wir freuen uns auf Ihre Besuch! 

Aktuell sind folgende Säle zugänglich:

  • Saal 1-4, 17 | „MIX & MATCH“ 
    mit Werken von Ida Applebroog, Max Beckmann, Joseph Beuys, Aenne Biermann, David Claerbout, Lovis Corinth, Rineke Dijkstra, Otto Freundlich, Tadeusz Kantor, Paul Klee, Jochen Klein, Carl Lohse, August Macke, Martin Parr, Pablo Picasso, August Sander, Rosemarie Trockel, Adolf Ziegler u.a. 
  • Saal 18-20 | Joseph Beuys 
  • Saal 27-33, 35 | Slavs and Tatars, Haubitz & Zoche, Dan Flavin, Anselm Kiefer, Palermo, Robert Motherwell, Willem de Kooning, Franz Josef Kline, Robert Rauschenberg, Cy Twombly  
  • Saal 34 | „Emil Nolde. Meine Art zu malen…“ 

Demnächst zu sehen:

  • Saal 5-16 | “MIX & MATCH” | voraussichtlich ab Mitte / Ende Mai  
    mit Werken von Etel Adnan, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Giorgio de Chirico, Robert Delauney, Tracey Emin, Max Ernst, Katharina Grosse, Hans Hartung, Susan Hefuna, K.H. Hödicke, Jenny Holzer, Axel Hütte, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, Germaine Krull, Maria Lassnig, Zoe Leonard, Franz Marc, Henri Matisse, Jonathan Meese, Otto Mueller, Olaf Metzel, Richard Oelze, Paul Pfeiffer, Pablo Picasso, Sigmar Polke, Neo Rauch, Albert Renger-Patzsch, Gerhard Richter, Emy Roeder, Thomas Steffl, Fritz Winter, Amelie von Wulffen u.a. 

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Pinakothek der Moderne konzipieren die Kurator:innen der Sammlung Moderne Kunst gemeinsam die Neuhängung der Sammlung unter dem Titel MIX & MATCH. Diese von Neugierde und Experimentierfreude geprägte Präsentation lädt in epochen- und medienübergreifenden Themenräumen und unkonventionellen Gegenüberstellungen zur Neuentdeckung der Sammlung ein.

Ausgehend von Schlüsselwerken aus den Bereichen Gemälde, Skulptur, Fotografie, Videokunst, Installation und Grafik werden für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts relevante Themen wie Gemeinschaft, Migration, Arbeit, Umwelt oder Gewalt und Konflikt beleuchtet. Aber auch kunsthistorisch traditionsreiche Motive wie der Akt, das Selbstporträt oder der Wald bis hin zu Kategorien wie das Groteske, Spirituelle und Irrationale werden thematisiert.

In 25 Räumen sind etwa 300 Werke und serielle Arbeiten aus 120 Jahren Kunstgeschichte zu sehen, die aufgrund ihrer zeitlichen Verortung und mit Blick auf aktuelle Debatten im Schulterschluss – frei nach dem Motto MIX & MATCH – visionäre wie auch unerwartete Vor- und Rückblicke zulassen. Zu sehen sind u.a. Werke von Etel Adnan, Mounira Al Solh, Max Beckmann, Aenne Biermann, David Claerbout, Peter Doig, Katharina Grosse, On Kawara, Ernst Ludwig Kirchner, Maria Lassnig, Albert Renger-Patzsch und Jeff Wall.

#PinaMixAndMatch

Kindergarten Antonio Sant' Elia, 1932, 1998

1-Kanal-Video, Schwarz-Weiß, ohne Ton, 10 Min., Loop
2010 erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.
Inv. Nr. GV 207

Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München
© VG Bild-Kunst Bonn, 2022

Details   

August Macke

Mädchen unter Bäumen, 1914

Öl auf Leinwand, 119,5 x 159 cm
1964 als Schenkung von Sofie und Emanuel Fohn erworben
Inv. Nr. Inv. Nr. 13466

Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München

Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Details   

Aktueller Hinweis: Temporäre Saalschließungen

Im Zuge der Einrichtung der Ausstellung Mix & Match kommt es bis Sommer 2022 zu vorübergehenden Saalschließungen in der Pinakothek der Moderne im Bereich Sammlung Moderne Kunst. Schrittweise mit der Neueinrichtung werden die Säle wieder geöffnet. Sie erhalten somit über das ganze Jahr Einblick in die Entstehung unserer großen Jubiläumsausstellung „MIX & MATCH. Die Sammlung neu entdecken“, die am 14. September eröffnet wird. Wir freuen uns auf Ihre Besuche! 

Aktuell sind folgende Säle zugänglich: 

  • Saal 1-4, 17 | „MIX & MATCH“  
    mit Werken von Ida Applebroog, Max Beckmann, Joseph Beuys, Aenne Biermann, David Claerbout, Lovis Corinth, Rineke Dijkstra, Otto Freundlich, Tadeusz Kantor, Paul Klee, Jochen Klein, Carl Lohse, August Macke, Martin Parr, Pablo Picasso, August Sander, Rosemarie Trockel, Adolf Ziegler u.a. 
  • Saal 18-20 | Joseph Beuys 
     
  • Saal 27-33, 35 | Slavs and Tatars, Haubitz & Zoche, Dan Flavin, Anselm Kiefer, Palermo, Robert Motherwell, Willem de Kooning, Franz Josef Kline, Robert Rauschenberg, Cy Twombly  
     
  • Saal 34 | „Emil Nolde. Meine Art zu malen…“ 

Demnächst zu sehen:

  • Saal 5-16 | “MIX & MATCH” | voraussichtlich ab Mitte / Ende Mai  
    mit Werken von Etel Adnan, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Giorgio de Chirico, Robert Delauney, Tracey Emin, Max Ernst, Katharina Grosse, Hans Hartung, Susan Hefuna, K.H. Hödicke, Jenny Holzer, Axel Hütte, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, Germaine Krull, Maria Lassnig, Zoe Leonard, Franz Marc, Henri Matisse, Jonathan Meese, Otto Mueller, Olaf Metzel, Richard Oelze, Paul Pfeiffer, Pablo Picasso, Sigmar Polke, Neo Rauch, Albert Renger-Patzsch, Gerhard Richter, Emy Roeder, Thomas Steffl, Fritz Winter, Amelie von Wulffen u.a

Kommende Ausstellungen: www.pinakothek.de

Statements des Teams der Sammlung Moderne Kunst

Die Kurator:innen der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne (v.l.n.r.): Franziska Kunze, Tatjana Schäfer, Oliver Kase, Judith Csiki, Bernhart Schwenk und Simone Förster (Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Elisabeth Greil)

Oliver Kase, Sammlungsleiter Klassische Moderne / Sammlungsdirektor Sammlung Moderne Kunst:

Die bislang vorherrschende Präsentation von Meisterwerken der Klassischen Moderne, üblicherweise in mehr als einem Dutzend Sälen der Pinakothek der Moderne als Schwerpunkt der Sammlung gefeiert, weicht nun dem experimentellen Dialog mit anderen Medien und Epochen aus dem Blickwinkel des 21. Jahrhunderts. Durch diese Grenzüberschreitungen verspreche ich mir, das Publikum zu überraschen, Neugierde und Leidenschaft zu entfachen, es in seiner Reflexions- und Kritikbereitschaft anzuspornen. Den aktuellen multimedialen Rezeptionsgewohnheiten unserer Zeit entspricht diese Präsentation eher als eine voraussagbare Abfolge von Gemälderäumen.

Simone Förster, Sammlungsleiterin Stiftung Ann und Jürgen Wilde:

Das Sammler:innen- und Galerist:innenpaar Ann und Jürgen Wilde hat sich seit den 1960er-Jahren in seiner Arbeit und seinem Engagement für die Anerkennung der Fotografie als Kunst eingesetzt. Nicht zuletzt führte dies 2010 zur Angliederung ihrer Stiftung an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Mit der Beteiligung der Stiftung Ann und Jürgen Wilde an der gattungs- und epochenübergreifenden Neuhängung der Sammlung Moderne Kunst erfüllt sich in diesem Experiment also auch ein lang gehegtes Anliegen. Ich freue mich auf die Fotografie als eine weitere Stimme im vielsprachigen Dialog der Kunstwerke. Vielleicht wird sie in manchem Raum nur eine leise Anmerkung machen, in einem anderen hingegen eine laute These in die Debatte der Künste einwerfen.

Tatjana Schaefer, Assistenzkuratorin für Kunst ab 1945, Schwerpunkt amerikanische Kunst:

Im Gegensatz zu Bildwerken, die ein Fenster in einen Illusionsraum eröffnen, behaupten sich Minimal-Objekte im selben Raum wie die Betrachtenden. Aus dieser Diskrepanz resultiert die Herausforderung, Minimal Art mit Werken zu mischen, hinter denen ein anderes Bildverständnis steht. Die räumliche Erfahrbarkeit der Minimal Art wird dadurch aber nicht eingeschränkt oder ausgebremst. Ganz im Gegenteil. So verhelfen die an verschiedenen Punkten der Ausstellung platzierten Minimal-Werke dazu, die Besucher:innen immer wieder auch im Hier und Jetzt zu verorten, das Publikum also bewusst pendeln zu lassen zwischen dem Eintauchen in Bildwelten und der eigenen Vergegenwärtigung im Museumsraum.

Bernhart Schwenk, Sammlungsleiter Kunst ab 1960 und Gegenwartskunst:

In der Kunst sämtlicher Epochen spiegelt sich die Gegenwart. Zum einen war jedes Werk im Augenblick seiner Entstehung zeitgenössisch, zum anderen können wir auch ältere Kunst nicht anders verstehen als aus der Perspektive unserer Zeit. Die Annahme dieses Jetzt in jeglichem Kunstwerk ist aus meiner Sicht der große Reiz einer nicht chronologisch geordneten, generationsübergreifenden Ausstellung unserer Sammlung. Zudem gibt es verbindende Themen, die für Künstlerinnen und Künstler – unabhängig von der jeweiligen historischen, gesellschaftlichen oder politischen Situation – durchgehend von Bedeutung waren und sein werden. Kunst versucht immer, Konflikte spürbar zu machen, Balancen herzustellen oder Metaphern für existenzielle Fragen zu finden, wenngleich in jeder Zeit anders.

Franziska Kunze, Sammlungsleiterin Fotografie und Zeitbasierte Medien:

Natürlich ist es eine Herausforderung, den konservatorisch notwendigen Wechsel von fotografischen Werken in einem bestimmten zeitlichen Rhythmus einzuplanen, das Thema des Raumes immer wieder aufs Neue durch eine starke Auswahl zu diskutieren und dabei die benachbarten Arbeiten nicht aus dem Blick zu verlieren. Gleichzeitig sehe ich darin aber eine große Chance. Im Schnitt können Museen nur drei Prozent der Werke, die sie besitzen, ausstellen. Es ist die Spitze des Eisbergs, die sich vor den Besucher:innen auftut, während im Depot ungleich mehr Werke schlummern. Hier kann ich nun aus dem Vollen schöpfen, den Bestand unter verschiedenen Aspekten aktivieren und beim gemeinsamen Planen meinen Sammlungsbereich durch die Augen der anderen Kurator:innen noch einmal neu entdecken.

Judith Csiki, Kuratorin Written Art Collection:

Als öffentliche Kunstsammlung ist man unweigerlich an der Kanonbildung einer bestimmten Epoche beteiligt. Diese Kanonbildung erzeugt notwendigerweise Gewichtungen von Künstler:innen, Kunstströmungen, Medien und Kulturkreisen, wodurch an anderer Stelle wiederum Desiderate entstehen. Die Sammlung Moderne Kunst ist geprägt von einem Fokus auf die herausragenden, international bekannten Künstler:innen aus dem Westen. Seit mehreren Jahren wird dieser Fokus um Werke aus nichtwestlichen Kulturen erweitert, wozu auch die seit 2019 bestehende Zusammenarbeit mit der Written Art Collection einen wesentlichen Beitrag leistet. Ihr thematischer Akzent, der von kalligrafischer über gestische bis hin zu informeller Kunst reicht, korrespondiert auf vielfältige Weise mit dem Museumsbestand und eröffnet dadurch stets neue Perspektiven auf die einzelnen Sammlungsbereiche.