Ruhige See (M+)

Ruhige See

Um ein Paradebeispiel der holländischen Marinemalerei des "Goldenen Zeitalters" handelt es sich bei diesem Gemälde. Über der unbewegten Wasseroberfläche, die im Vordergrund kunstvolle Spiegelungen zeigt, erhebt sich der weite, von mattem Sonnenschein durchlichtete weiß-blaue Himmel. In der mittäglichen Flaute liegen im Vordergrund zwei für die Binnen- und Küstenschifffahrt genutzte Plattbodenschiffe: vorne ein Leichter ("kaag"), dahinter ein "smalschip". Im Hintergrund liegt links eine mächtige Fregatte, an deren Steuerbordseite ein weiteres "smalschip" unter Segeln steht. In der Ferne rechts hat gerade eine "fleute" - ein Handelsschiff - einen Salutschuss abgefeuert. Der Pulverdampf liegt noch über dem Wasser.

Willem van de Velde d.J. (1633 ‐ 1707)

Leben und Werk

Geboren 1633 in Leiden wurde van der Velde zunächst bei seinem Vater ausgebildet, ehe er seine Lehre bei Simon de Vlieger in Amsterdam und Weesp fortsetzte. Um 1673 brach er zusammen mit dem Vater nach England auf und trat in die Dienste König Karl II., dessen Kriegsflotten er begleitete. In London, wo er große Erfolge feierte, starb der Maler im Jahr 1707. Van de Velde war einer der bedeutendsten Marinemaler seiner Zeit. Mit großer Meisterschaft verband er die Genauigkeit in der Darstellung der Schiffe mit der überzeugenden Erfassung von Wetter und Atmosphäre.