Der Empfang der blauen Dame (M+)

Wilhelm von Lindenschmit d. J.

Der Empfang der blauen Dame, um 1855

Öl auf Leinwand, 50,6 x 75,6 cm
1910 vom Sohn des Künstlers erworben
Inv. Nr. 8601

Details   

Der Empfang der blauen Dame

Der Bildinhalt stellt ein beliebiges gesellschaftliches Ereignis um die Jahrhundertmitte dar: Gäste in festlicher Robe werden von einer blau gekleideten Dame begrüßt. Rainer Silberbauer führt darüber hinaus das Motiv auch auf Lindenschmits eigenen Salon in Frankfurt a. M. zurück und meint eine Porträtähnlichkeit mit der Frau des Künstlers zu erkennen. Die konturauflösenden Pinselstriche und die besondere Beachtung der Lichtsituation mit ihren Reflexen sind aber gewiss ebenso durch die Pariser Maler der 1850er Jahre inspiriert wie die Thematik, d. h. die Darstellung einer flüchtigen, schnell wechselnden Situation. Das Bild entstand 1855, nach dem
Pariser Aufenthalt Lindenschmits, in Frankfurt a. M.

Wilhelm von Lindenschmit d. J. (1829 ‐ 1895)

Leben und Werk

Geboren am 20. Juni 1829 in München, gestorben am 8. Juni 1895 ebenda. Nach einer ersten Ausbildung bei seinem Vater besuchte Lindenschmit von 1843 bis 1845 die Münchner Akademie, bevor er bis 1853 in Frankfurt a. M., Antwerpen und Paris seine Studien fortsetzte. In Paris hatte er Kontakt zu Victor Müller und den Malern von Barbizon. 1863 ging er nach München zurück, wo er 1875 zum Professor an der Akademie ernannt wurde. Lindenschmits Werk lässt die unterschiedlichen Einflüsse der Kunstströmungen seiner Zeit erkennen. Neben dem groß angelegten Historienbild im Sinne Carl Theodor von Pilotys finden sich die französisch inspirierte Freilichtmalerei und der Realismus Gustave Courbets.