Isarlandschaft bei München (M+)

Wilhelm von Kobell

Isarlandschaft bei München, 1819

Öl auf Eichenholz, 40,5 x 53,3 cm
1924 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 9213

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Isarlandschaft bei München

Nach seinen Anfängen als Maler von Tierstücken in der Nachfolge von Philips Wouverman und seinen Erfolgen als Schlachtenmaler entwickelte Kobell in den Jahren nach 1815 eine sachlich-intime Form der Landschaftsmalerei mit figürlicher Staffage, die häufig Motive aus der Umgebung München gestaltet. Die Verbindung von wirklichkeitsnaher Naturschilderung und sorgsam in die Landschaft hinein komponierten Figurengruppen verleiht diesen Bildern einen ganz eigentümlichen Reiz.
Die "Isarlandschaft" gibt einen Blick auf die Flussauen in der Höhe von Oberföhring nördlich von München. Links ist am Flussufer das Dorf Bogenhausen mit der Pfarrkirche St. Georg zu erkennen. Rechts erstreckt sich die Silhouette Münchens am Horizont, wobei die großen Kirchen deutlich zu erkennen sind. Ganz in der Ferne zeichnen sich die Umrisse der Alpenkette schwach im Dunst ab.

Für die Landschaft wie für den Schimmel haben sich Vorzeichnungen erhalten. Es existieren mehrere Fassungen des Bildes, unter anderem im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt, da Kobell beliebte Motive wie dieses mehrfach variiert und wiederholt hat.

Wilhelm von Kobell (1766 ‐ 1853)

Leben und Werk

Nach dem Aussterben der altbayerischen Wittelsbacher gelangte in München mit Kurfürst Carl Theodor 1777 die Linie Pfalz-Sulzbach an die Regierung. Mit dem Kurfürsten kamen Künstler aus der Pfalz nach München wie Friedrich Ludwig von Sckell, der den Englischen Gartens gestaltete, oder der Mannheimer Landschaftsmaler Wilhelm von Kobell, der 1792 zum Hofmaler berufen wurde. Diese aus Mannheim, Zweibrücken und Heidelberg stammenden Künstler, zu denen 1808 unter König Max I. Joseph der frühklassizistische Architekt Carl von Fischer kam, lösten die einheimischen Künstler des ausgehenden Spätbarock ab. Sie gaben München durch ihre Leistungen in Kunst, Architektur und Städtebau ein neues, von Aufklärung und Rationalität geprägtes Gesicht. Auch die Malerei Wilhelm von Kobells ist vom nüchternen Geist des Klassizismus gekennzeichnet, in den sich aber mit der Genauigkeit der Naturbeobachtung auch ein Zug der beginnenden Romantik mischt. Seine Ansichten der Umgebung Münchens und der oberbayerischen Landschaft zeichnen ein subtiles und zurückhaltendes Bild von Region und einheimischer Bevölkerung. Seine beruhigten Kompositionen - er setzt den geradlinig verlaufenden Horizont meist sehr tief an und schafft damit große monochrome Flächen - zeichnen sich durch eine reduzierte Farbigkeit aus. Viele seiner Bilder sind von einem dunstigen Schleier überzogen, die den Landschaften trotz der Detailtreue und Kleinteiligkeit in der Wiedergabe eine stimmungsvolle Atmosphäre verleihen.

Wilhelm von Kobell

Die Belagerung von Cosel, 1808

Öl auf Leinwand, 205 x 304 cm
1808 durch Kronprinz Ludwig vom Künstler erworben
Inv. Nr. 3822

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Wilhelm von Kobell

Zwei Reiter, um 1791

Öl auf Leinwand, 103,8 x 97,9 cm
Zwischen 1795 und 1799 durch Herzog Max IV. Joseph erworben
Inv. Nr. 1542

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Wilhelm von Kobell

Kronprinz Ludwig von Bayern, um 1806/07

Öl auf Leinwand, 159,5 x 119,0 cm

Inv. Nr. L 162

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Wilhelm von Kobell

Blick auf den Tegernsee, 1829/33

Öl auf Eichenholz, 38,0 x 33,0 cm

Inv. Nr. L 344

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