Im Atelier (M+)

Wilhelm Trübner

Im Atelier, 1872

Öl auf Leinwand, 82,3 x 61,2 cm
1899 vom Künstler erworben
Inv. Nr. 8108

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Im Atelier

Dargestellt ist ein traulich beisammensitzendes Paar im Atelier, von dem hauptsächlich der graubraune Bretterfußboden und die graugrüne Wand hinten zu erkennen sind. Die Frau sitzt in einem Ohrensessel mit geblümtem Überzug und ist auch dadurch ausgezeichnet, dass sie von vorn und im Licht zu sehen ist, noch dazu in einem schönen hellbraunen Kleid und mit kostbarem Fächer in der Rechten. Hinter diesem blickt sie zu dem dunkle gekleideten Mann, der auf einem schwarzen Stuhl dicht neben ihr sitzt, die Frau anschauend, die Arme auf ihren Sessel gestützt.
Nach Trübners Beschriftung und seinen schriftlichen Erinnerungen ist das Gemälde im Oktober 1872 in Heidelberg entstanden, wobei sein Malerfreund Albert Lang für den Mann als Modell diente: "Im Herbst 1872 vertauschte ich wieder den Münchner Aufenthalt mit dem in Heidelberg, wo auch Lang alsbald eintraf um mit mir zusammen zu arbeiten. Von mir entstand dort 'Im Atelier'."

Wilhelm Trübner (1851 ‐ 1917)

Leben und Werk

Geboren am 3. Februar 1851 in Heidelberg, gestorben am 21. Dezember 1917 in Karlsruhe. Auf Anraten Anselm Feuerbachs nahm Trübner 1867/68 das Malereistudium an der Karlsruher Akademie auf. 1869 wechselte er nach München, wo er sich mit der französischen Malerei, vor allem mit Gustave Courbet auseinander setzte und um 1870 zum Kreis um Wilhelm Leibl stieß. 1872/73 reiste er nach Italien, 1873 nach Brüssel und an den Chiemsee. 1879 besuchte Trübner Paris, 1884 London. 1894 wurde er Mitglied der Münchner Secession. Seit 1890 verbrachte Trübner die Sommermonate häufig auf der Fraueninsel im Chiemsee, wo die lange Reihe seiner Chiemseebilder entstand. 1896 wurde er als Lehrer ans Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt a. M. berufen; von 1903 bis 1917 war er Professor an der Karlsruher Akademie. In den 1870er Jahren pflegte Trübner die dunkle Tonmalerei Münchner Prägung, bevor er sich später einer stärkeren, aber auch helleren Farbigkeit zuwandte. Neben Wilhelm Leibl und Carl Schuch war Trübner einer der Hauptvertreter des nach ersterem benannten Münchner Malerkreises.

Wilhelm Trübner

Sitzende Dogge, um 1877/78

Öl auf Leinwand, 110,5 x 95,5 cm
1907 vom Künstler erworben
Inv. Nr. 8445

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Wilhelm Trübner

Christus im Grab II, 1874

Öl auf Leinwand, 89,5 x 101,5 cm
1910 vom Künstler erworben
Inv. Nr. 8580

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