Sonnenblumen (M+)

Vincent van Gogh

Sonnenblumen, 1888

Öl auf Leinwand, 92,0 x 73,0 cm
1912 als anonyme Schenkung im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8672

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Sonnenblumen

Vincent van Gogh hatte dieses Bild einer strahlenden Farbigkeit und hochgemuten Lebensstimmung, gemalt im August 1888, zum Schmuck seines Ateliers in Arles bestimmt, in dem er zusammen mit Paul Gauguin malen wollte. Auf einfache Weise, in hohem Maß flächig, hat der Maler Vase, Blumen, Standfläche und Hintergrund dargestellt. Das eiskalte Türkis des Grundes steigert dabei die Gelb- und Gelbbrauntöne außerordentlich, sodass die Blumen die Vorstellung der sommerlichen Provence und eines - im doppelten Sinne des Wortes - glühenden Lebens erwecken, wie es van Gogh selbst geführt hat. Die Blume versinnbildlicht hier die Sonne, die der Künstler als Symbol des Lebens verstanden und so auch in etlichen Werken dargestellt hat.
Die einfache Form und die starke Farbigkeit gehen auf Anregungen japanischer Druckgraphik zurück, sodass zugleich auch Beziehungen zum so genannten Cloisonismus des Gauguin-Kreises sichtbar werden. Wie van Gogh den Süden Frankreichs in einem umfassenden Sinn als "Japan" verstand, wo sich ein glückliches Leben verwirklichen ließe, so bezeugen auch die "Sonnenblumen" diese große Idee.
Das Münchner Gemälde ist nicht die einzige Version der "Sonnenblumen", die van Gogh gemalt hat, aber es ist eine besonders wichtige. Der Künstler hat diese und die Fassung in der National Gallery in London stets als Pendants gesehen. Später dachte er daran, zwei Sonnenblumengemälde für das Gemälde "La Berceuse" als besonders festliche Rahmung zu verwenden, sodass ein Triptychon entstanden wäre.

Vincent van Gogh (1853 ‐ 1890)

Leben und Werk

Geboren am 30. März 1853 in Groot-Zundert (Nordbrabant), gestorben am 29. Juli 1890 in Auvers-sur-Oise. Zwischen 1869 und 1876 arbeitete van Gogh in verschiedenen Filialen der Kunsthandlung Goupil. In Amsterdam plante der Pfarrerssohn, Theologie zu studieren, doch entschied er sich nach kurzer Tätigkeit als Hilfsprediger und Missionar für die Malerei. 1880 nahm er in Brüssel bei Anton Mauve das Studium der Malerei auf, ging nach Den Haag und von 1883 bis 1885 nach Nuenen. Nach einem Aufenthalt in Antwerpen lebte er 1886/87 wieder in Paris. Aus der Tradition des französisch-niederländischen Realismus kommend, setzte sich van Gogh in Paris vor allem mit dem Impressionismus auseinander. Von diesem übernahm er jedoch wenig mehr als die fortan für seine Bilder typische Hellfarbigkeit. Im Februar 1888 ließ sich van Gogh in Arles nieder, wo er zeitweilig mit Paul Gauguin zusammenarbeitete, doch kam es bald zum Zerwürfnis. Seit Mai 1889 wurde van Gogh wegen seines Nervenleidens wiederholt in die Hospitäler von Arles und St. Rémy eingeliefert, seit 1890 stand er unter Betreuung des kunstsinnigen Dr. Gachet in Auvers-sur-Oise, wo er an den Folgen eines Selbstmordversuchs starb. Als Vorläufer expressionistischer Tendenzen wird in van Goghs farbig gesteigerten, oft mit flackerndem Pinselstrich gemalten Bildern im Gegensatz zum Impressionismus die Linie wieder bestimmendes Element.

Vincent van Gogh

Der Weber, 1884

Öl auf Leinwand, 67,9 x 93,4 cm
1971/72 als Vermächtnis von Theodor und Woty Werner erworben
Inv. Nr. 14249

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Vincent van Gogh

Ebene bei Auvers, 1890

Öl auf Leinwand, 73,5 x 92,0 cm
1929 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9584

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Vincent van Gogh

Blick auf Arles, 1889

Öl auf Leinwand, 72,0 x 92,0 cm
1912 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8671

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