Der Weber (M+)

Vincent van Gogh

Der Weber, 1884

Öl auf Leinwand, 67,9 x 93,4 cm
1971/72 als Vermächtnis von Theodor und Woty Werner erworben
Inv. Nr. 14249

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Der Weber

Die Zeit von Dezember 1883 bis November 1885 verbrachte Vincent van Gogh bei seinen Eltern im brabantischen Nuenen. Hier beschwor er in dunklen, schweren Erdfarben mit holzschnitthaft kantiger Pinselschrift die Welt der Armen, denen seine Liebe und sein Interesse galten. Wir begegnen immer wieder dem Weber Jan Dekkers bei seiner Arbeit, den schwer schuftenden Bauern auf dem Felde und ähnlichen Themen.
Von den Weber-Bildern gilt das vorliegende als das früheste, das zu Beginn der Nuenener Zeit im Januar oder Februar 1884 entstanden sein dürfte. Die beengte Weberstube bereitete dem Maler technische Schwierigkeiten; er schrieb an seinen Bruder Theo: »Diese Menschen sind schwer zu zeichnen, weil man in dem kleinen Raum keinen Abstand nehmen kann.« Beim Versuch, dieses Problem in neuen Arbeiten zu überwinden, gewann das Bildgefüge an Transparenz, verlor dabei aber den Ausdruck des Bedrängten und Bedrückten, den van Gogh vermitteln wollte und den die vorliegende Fassung am intensivsten ausstrahlt.

Vincent van Gogh (1853 ‐ 1890)

Leben und Werk

Geboren am 30. März 1853 in Groot-Zundert (Nordbrabant), gestorben am 29. Juli 1890 in Auvers-sur-Oise. Zwischen 1869 und 1876 arbeitete van Gogh in verschiedenen Filialen der Kunsthandlung Goupil. In Amsterdam plante der Pfarrerssohn, Theologie zu studieren, doch entschied er sich nach kurzer Tätigkeit als Hilfsprediger und Missionar für die Malerei. 1880 nahm er in Brüssel bei Anton Mauve das Studium der Malerei auf, ging nach Den Haag und von 1883 bis 1885 nach Nuenen. Nach einem Aufenthalt in Antwerpen lebte er 1886/87 wieder in Paris. Aus der Tradition des französisch-niederländischen Realismus kommend, setzte sich van Gogh in Paris vor allem mit dem Impressionismus auseinander. Von diesem übernahm er jedoch wenig mehr als die fortan für seine Bilder typische Hellfarbigkeit. Im Februar 1888 ließ sich van Gogh in Arles nieder, wo er zeitweilig mit Paul Gauguin zusammenarbeitete, doch kam es bald zum Zerwürfnis. Seit Mai 1889 wurde van Gogh wegen seines Nervenleidens wiederholt in die Hospitäler von Arles und St. Rémy eingeliefert, seit 1890 stand er unter Betreuung des kunstsinnigen Dr. Gachet in Auvers-sur-Oise, wo er an den Folgen eines Selbstmordversuchs starb. Als Vorläufer expressionistischer Tendenzen wird in van Goghs farbig gesteigerten, oft mit flackerndem Pinselstrich gemalten Bildern im Gegensatz zum Impressionismus die Linie wieder bestimmendes Element.

Vincent van Gogh

Ebene bei Auvers, 1890

Öl auf Leinwand, 73,5 x 92,0 cm
1929 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9584

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Vincent van Gogh

Blick auf Arles, 1889

Öl auf Leinwand, 72,0 x 92,0 cm
1912 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8671

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Vincent van Gogh

Sonnenblumen, 1888

Öl auf Leinwand, 92,0 x 73,0 cm
1912 als anonyme Schenkung im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8672

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