Die Dornenkrönung (M+)

Tizian

Die Dornenkrönung, um 1570

Leinwand, 280 x 182 cm
1748 in Schleißheim nachweisbar
Inv. Nr. 2272

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Die Dornenkrönung

Das Gemälde gehört zu den bedeutendsten Werken der Alten Pinakothek. Es zeigt die charakteristische offene Malweise des späten Tizian. Anders als in einer ein Vierteljahrhundert zuvor entstandenen Fassung des Themas (Paris, Louvre), in der der Künstler Christus schmerzvoll aufstöhnen lässt, zeigt er den Erlöser hier als Dulder, der sein Schicksal mit Gelassenheit hinnimmt. Quellen des 17. Jahrhunderts zufolge fand sich das Bild im Nachlass Tizians.

Tizian (1487 ‐ 1576)

Leben und Werk

Venezianischer Maler. Geboren in Pieve di Cadore, vermutlich um 1487/90. Mit neun oder zehn Jahren zusammen mit seinem Bruder Francesco dem Mosaizisten Sebastiano Zuccato in Venedig in die Lehre gegeben; anschließend in den Werkstätten von Gentile und Giovanni Bellini tätig. 1508 Mitarbeiter Giorgiones. Seit April 1511 mit der Ausführung von Fresken in der "Scuola del Santo" in Padua beschäftigt. 1516 als Staatsmaler der Serenissima mit einem Schlachtenbild im großen Ratssaal des Dogenpalastes beauftragt; gleichzeitig Beginn der Arbeiten für Alfonso d'Este von Ferrara. 1529/30 erste Begegnung mit Karl V. in Bologna, der den Künstler im Jahre 1533 zum Hofmaler und gleichzeitig zum Pfalzgrafen und Ritter des Goldenen Spornes ernannte. Anfang 1548 auf Veranlassung Karls V. erste Reise nach Augsburg zum dort stattfindenden Reichstag; 1550/51 zweiter Aufenthalt in Augsburg. In dieser Stadt malte Tizian außer dem Kaiser und Philipp II. als Thronfolger eine große Anzahl der damals dort versammelten Persönlichkeiten. Seit 1553 von Philipp II. bis zu seinem Lebensende mit zahlreichen, von einer regelmäßigen Korrespondenz begleiteten Aufträgen bedacht. 1576 ist Tizian in Venedig an der Pest gestorben. Er wurde in der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari beigesetzt.

Tizian

Die Eitelkeit der Welt, um 1515

Leinwand, 97 x 81,2 cm
Aus der Kammergalerie Kurfürst Maximilians I.
Inv. Nr. 483

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