Der Schlüssel der Träume (M+)

René Magritte

Der Schlüssel der Träume, 1927

Öl auf Leinwand, 38 x 53 cm

Inv. Nr. 16260

© VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Details   

Der Schlüssel der Träume

„Der Schlüssel der Träume“ ist das erste einer Serie gleichnamiger Bilder. Es geht Magritte dabei, wie insgesamt in seinen sogenannten Wortbildern, um das Auseinanderklaffen von Bild und Begriff. Sprache und Darstellung, so die These, gehören grundsätzlich verschiedenen Kommunikationsbereichen an. Die Beziehung zwischen Begriff und Gegenstand ist nicht mehr als eine tradierte sprachliche Übereinkunft, theoretisch könnte eine Tasche Himmel heißen, ein Messer Vogel, ein Blatt Tisch. 1929 schreibt Magritte in „La Révolution surréaliste“: „Kein Gegenstand ist so mit seinem Namen verbunden, dass man ihm nicht einen anderen geben könnte, der besser zu ihm passt.“ Und: „Ein Objekt hat nie die gleiche Wirkung wie sein Name oder sein Abbild.“ Beide, Sprache und Darstellung, entsprechen nur scheinbar dem, was sie benennen; sie dienen dazu, Kommunikation zu ermöglichen, wobei jedoch unausgesprochene Voraussetzung bleibt, dass es sich nie um eine Identität von Gegenstand und Begriff beziehungsweise Gegenstand und Darstellung handeln
kann. Diese philosophische Maxime wird in betont einfachen Bildfolgen unspektakulär
vorgeführt. Und gerade darin liegt umgekehrt ein weiterer, provokativer Reiz: Die simple formale und inhaltliche Bildidee wird als Kunst präsentiert, womit bewusst eine Summe avantgardistischer Gedanken zur Revision des klassischen Kunstbegriffs gezogen wird.

René Magritte (1898 ‐ 1967)