Blumenstrauß (M+)

Rachel Ruysch

Blumenstrauß, 1715

Leinwand, 75 x 60,3 cm
Aus der Sammlung des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. - Später in der Mannheimer Galerie
Inv. Nr. 878

Details   

Blumenstrauß

Die mit feinem Pinsel ausgeführten Bouquets Rachel Ruyschs, unter denen das Münchner Blumenstück von 1715 zu den herausragenden Schöpfungen zählt, zeigen die holländische Stilllebenmalerei auf einem späten Gipfelpunkt. Die Malerin wusste hier mit ihrer stupenden Beherrschung der malerischen Mittel frappierende Naturnähe mit eleganter und hochdekorativer Stilisierung in einer gekonnt gebauten Komposition zu verbinden. Vor dunklem Fond inszeniert Ruysch den farbenfrohen Strauß, der sich dem Betrachter entgegenzubauschen scheint. Ausgewogen gruppieren sich die mannigfaltigen, von Insekten und Raupen belebten Blumen um die zentrale Gruppe der weit geöffneten und durch die Lichtführung hervorgehobenen Blüten von Rosen, Zistrosen und Anemonen. Ein Blickfang ist die strahlig weiße Blüte der Passionsblume im Vordergrund.

Rachel Ruysch (1664 ‐ 1750)

Leben und Werk

Rachel Ruysch wurde 1664 als Tochter des berühmten Professors für Anatomie und Botanik, Frederik Ruysch, in Den Haag geboren. Der Vater übte als Amateur die Malerei und ebenete der Tochter den Weg zur Malkunst. Zwischen 1669 und 1683 lernte sie im Atelier des bekannten Amsterdamer Blumen- und Jagdbeutestilllebenmalers Willem van Aelst. 1693 heiratete Ruysch den Porträtisten Juriaen Pool. Beide wurden 1701 Mitgleider der der Haager "Confrerie Pictura" und waren von 1708 bis 1716 Hofmaler des in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. Ihren Wohnsitz behielt das Paar jedoch stets in Amsterdam, wo die Malerin im Jahr 1750 verstarb.