Die Seine bei Samois (Studie) (M+)

Paul Signac

Die Seine bei Samois (Studie), 1899

Öl auf Pappe, 26,8 x 34,9 cm
1912 als Schenkung von Eduard Arnhold und Robert von Mendelssohn im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8658

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Die Seine bei Samois (Studie)

Die vier Studien gehören vermutlich zu einer Serie von zwölf Ölskizzen, die 1902 in Paris in einer Ausstellung mit Werken Signacs zu sehen waren. Einerseits steht diese Fülle an Arbeiten zu einem Motiv für das serielle Arbeiten des Neoimpressionisten Signac. Andererseits verdeutlicht sie auch Signacs Malweise. Er aquarellierte in der Natur; diese Technik ermöglichte ihm ein schnelles Arbeiten direkt vor dem Motiv. Im Atelier wandte er sich den Ölfarben zu, schuf zunächst Studien und anschließend die Ölgemälde.
Drei der vier Studien zeigen nahezu das gleiche Motiv: Vom Betrachterstandpunkt aus blickt man von der Mitte des Flusses rechts auf eine kleine Häusergruppe und links auf eine Baumgruppe. Das vierte Bild (Inv. Nr. 8658) zeigt die Häusergruppe aus einer anderen, entfernteren Perspektive von weiter links. Während eine Studie (Inv. Nr. 8661) in hellen und kühlen Tönen den Morgen am Fluss zeigt, geben die anderen beiden Bilder den Mittag und den Abend wieder. Die Mittagsstimmung erzeugen das in der Sonne leuchtende Laub der Bäume und das vom Licht erfüllte Wasser sowie der Himmel in kräftigeren Blautönen (Inv. Nr. 8659). Die Abendstimmung am Fluss wiederum vermitteln die tiefen Blautöne und die Reflexe der untergehenden Sonne auf dem Wasser im Bildhintergrund (Inv. Nr. 8660).
Die Studien der Seine bei Samois, südlich von Paris, entstanden um 1899, als Signac sich bereits seit sieben Jahren hauptsächlich in Saint-Tropez aufhielt.
Signac hatte sich hierhin zurückgezogen, um neue Kraft zu schöpfen und sich von der mediterranen Landschaft inspirieren zu lassen.

Paul Signac (1863 ‐ 1935)

Leben und Werk

Geboren am 11. November 1863 in Paris, gestorben am 15. August 1935 ebenda. Nach einer ersten künstlerischen Ausbildung an der Académie libre de Bing orientierte sich der Autodidakt unter dem Eindruck der Gemälde von Paul Cézanne, Claude Monet, Vincent van Gogh und Paul Gauguin am Impressionismus. 1884 stellte er bei den Indépendants aus und freundete sich mit Georges Seurat an, unter dessen Einfluss er sich zum Neoimpressionisten bzw. Pointillisten wandelte. Signac nahm an der 8. Ausstellung der Impressionisten 1886 in Paris teil, zur gleichen Zeit entstanden erste divisionistische Bilder. Ausgehend von den Anschauungen des Impressionismus entwickelte der Neoimpressionist eine Theorie der systematischen Farbzerlegung, die er selbst nicht nur in seinen Gemälden anwandte, sondern auch in wissenschaftlichen Abhandlungen darlegte.

Paul Signac

S. Maria della Salute, um 1904

Öl auf Leinwand, 73,5 x 92,5 cm
1982 als Schenkung aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 14758

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