Der Narr (M+)

Pablo Picasso

Der Narr, 1905

Bronze, 41,5 x 37 x 22,8 cm
2001 durch den Pinakotheks-Verein aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. L 2335

© Succession Picasso/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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Der Narr

Pablo Picasso hat die Bronze "Der Narr" 1905 innerhalb einer Gruppe von Harlekin- und Gauklerdarstellungen geschaffen, doch ist es die einzige Skulptur dieser Thematik. Sie zeichnet sich durch eine sensible Charakterisierung des jungen Mannes aus, dessen feine Züge und dessen melancholischer Ausdruck, vor allem der schattigen Augenhöhlen, dem Dargestellten so viel Ernst verleihen, dass die Narrenkappe unversehens zu einer Art Krone wird. Die unregelmäßig modellierte Oberfläche lässt dem wechselnden Licht einen erheblichen Anteil an der Wirkung zukommen.
1905, in dem Augenblick, in dem Picasso endgültig die Welt seiner Blauen Periode hinter sich lässt, wird die bisherige sentimentale Interpretation der Verlassenheit in einem neuen Zusammenhang fixiert: im Bereich der Schaubudenwelt. Picasso greift dabei zur Verkleidung, und der Narr ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Picasso begann mit der Arbeit an einem Abend nach einem Zirkusbesuch mit Max Jacob. Zuerst nahm der Ton wie selbstverständlich die Gesichtszüge seines Freundes an, aber als er am nächsten Tag seine Arbeit wieder aufnahm, behielt nur die untere Gesichtspartie eine Spur der anfänglichen Ähnlichkeit. Er fügte eine Narrenkappe hinzu, woraufhin der Kopf seine Persönlichkeit veränderte. Ambroise Vollard übernahm die Skulptur noch im Jahr ihrer Entstehung und gab eine kleine Auflage in Bronze in Auftrag.

Pablo Picasso (1881 ‐ 1973)

Leben und Werk

Geboren am 25. Oktober 1881 in Malaga, gestorben am 8. April 1973 in Mougins (Frankreich). Unter Anleitung seines Vaters begann Picasso bereits als Kind zu malen. Nach dem Umzug der Familie 1895 nach Barcelona, wo er die Kunstschule besuchte, lernte er auf der Pariser Weltausstellung 1900 Werke Auguste Rodins kennen. Seine erste Plastik fertigte Picasso 1902 gleichzeitig mit den frühen Bildern der Blauen Periode, die sich von Henri de Toulouse-Lautrec und dem Symbolismus beeinflusst zeigt. Seit 1904 in Paris ansässig, modellierte er im Zusammenhang mit den Zirkus-Themen seiner Rosa Periode 1905 die Wachsplastik »Der Narr«. Die Begegnung mit Henri Matisse, Arbeiten der Fauves und Paul Cezannes ließ ihn um 1906/07 zu härteren Konturen und einer plastischeren Volumenauffassung für seine Figuren gelangen. Die Auseinandersetzung mit primitiver afrikanischer Kunst und Plastik der Südsee schließlich bereitete den mit Georges Braque zusammen begründeten Kubismus vor. Dessen Inkunabel, die »Demoiselles d'Avignon«, wurde 1907 erstmals von Daniel-Henry Kahnweiler mit ersten kubistischen Gemälden Picassos ausgestellt. Mit Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges 1936 wurde Picasso zum Direktor des Prado ernannt. 1937 nahm er mit »Guernica«, einer Anklage des Faschismus in Form mythologischer Symbolik, an der Pariser Weltausstellung teil. Auch während der deutschen Besatzung blieb Picasso in Paris; nach der Befreiung erhielt er eine Retrospektive im Salon d'Automne. 1961 ließ er sich in der Nähe von Cannes nieder. Eine Vielzahl bedeutender Ausstellungen hat den spanischen Maler, Graphiker und Bildhauer schon zu Lebzeiten berühmt gemacht. Picasso, dessen künstlerische Entwicklung durch schnelle Aufnahme und Verarbeitung von neuen Anregungen geprägt war, ist die wohl innovativste und in ihrer Produktivität vielseitigste Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts.

Pablo Picasso

Der Maler und sein Modell, 1963

Leinwand, 195 x 130,3 cm

Inv. Nr. BGM 1

© Succession Picasso/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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Pablo Picasso

Sitzende Frau (Femme assise au fauteuil Dora Maar), 1941

Leinwand, 99,8 x 80,5 cm

Inv. Nr. 14240

© Succession Picasso/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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Pablo Picasso

Maternité, 1921

Leinwand, 154 x 104 cm

Inv. Nr. 14635

© Succession Picasso/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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Pablo Picasso

Femme, 1930

Holz, 68 x 49 cm

Inv. Nr. 14834

© Succession Picasso/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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