Park einer italienischen Villa (M+)

Park einer italienischen Villa

Der "Park einer italienischen Villa" ist in mildes, orangefarbenes Abendlicht getaucht, das gerade durch seine unnatürliche Wirkung den Betrachter beeindruckt. Es verleiht dem Bild eine außergewöhnliche Stimmung und erhebt die bäuerliche Tanzszene im Vordergrund ins Ideale. Den Frauen ist durch das Licht alles Derb-Bäuerische genommen. Sie scheinen vielmehr besonnen, anmutig und nymphenhaft ihrer Beschäftigung nachzugehen. Verstärkt wird die irreale, traumhafte Wirkung der Szene durch die im Park aufgestellten Steinskulpturen, die wie lebendige Wesen die Szene zu beobachten scheinen.

Im Hintergrund, erst auf den zweiten Blick zwischen den dichten Blättern der Bäume und Büsche zu erkennen, liegt halb verborgen die Villa, zu welcher der Park gehört. Als der am stärksten in das helle Licht der untergehenden Sonne getauchte Partie des Bildes eignet auch ihr etwas verschwommen Visionäres.

Oswald Achenbach (1827 ‐ 1905)

Leben und Werk

Oswald Achenbach war der jüngere Bruder von Andreas Achenbach und konnte früh von der künstlerischen Tätigkeit seines Bruders profitieren. Dieser nahm ihn auf Studienreisen nach Tirol und Oberitalien mit und unterrichtete ihn in der Malerei. Wie Andreas war Oswald Achenbach bereits in jungen Jahren als Künstler erfolgreich. Ein längerer Aufenthalt in Italien 1850 weckte seine Begeisterung für die italienische Landschaft, die von nun an zum vorherrschenden Motiv seiner Malerei wurde. Die stimmungsreichen idealisierten südlichen Landschaften mit ihrer zumeist fröhlich-folkloristischen Staffage entsprachen dem Geschmack eines breiten Publikums.