Stillleben mit Kommode

Paul Cézanne

Stillleben mit Kommode, um 1883/87

Öl auf Leinwand, 73,3 x 92,2 cm
1912 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8647

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Stillleben mit Kommode

Seit den 1860er Jahre hat Cézanne Stillleben gemalt und im Laufe seines Lebens in dieser Gattung eine große, wichtige Gruppe von Werken geschaffen. Bei ihm wie bei entsprechenden anderen Malern, unter ihnen Holländer des 17. sowie Franzosen des 18. und 19. Jahrhunderts als wichtige Vorläufer, ist es nicht die 'tote Natur' (nature morte), sondern wirklich das 'stille Leben', das den Gehalt solcher Bilder ausmacht. Wie Cézanne hier die Gegenstände vor dem dunkelbraunen Grund der Kommode auf dem Tisch arrangiert hat, wie der Teller nicht nur die bunten Äpfel trägt, sondern wie sie - umfangen vom Faltenwurf des hellen Tuches - als Früchte und damit als Zeugnisse des Lebens wahrhaft dargeboten werden, wie die Gefäße die Rundformen variieren, zugleich auf von der Kleinteiligkeit und Unruhe vorn zu der einfacheren, ruhigen Form der Kommode hinten überleiten und trotzdem von eigener Wertigkeit sind - das zeugt sowohl von hohem Kompositionsvermögen wie auch von feinem Sinn für das je unterschiedliche Wesen der Dinge. Die verhältnismäßig harten Formen mit den sie begrenzenden scharfen Konturen, der mäßig deckende Farbauftrag und die verhaltene Farbigkeit deuten auf eine Entstehung Mitte der 1880er Jahre hin. Eine etwas kleinere Version im Fogg Art Museum dürfte dem Münchner Gemälde unmittelbar vorausgegangen sein.

Paul Cézanne (1839 ‐ 1906)

Leben und Werk

Geboren am 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence, gestorben am 23. Oktober 1906 ebenda. - Auf väterlichen Wunsch studierte Cézanne zunächst Jura, bevor er 1861 seinem Freund Émile Zola nach Paris folgte. Nachdem er von der École des Beaux-Arts wegen mangelnden Talents abgelehnt worden war, nahm er das Studium an der École Suisse auf. Camille Pissarro und Armand Guillaumin führten ihn in die Kunst Gustave Courbets und Édouard Manets ein. Eine Reise 1873 nach Auvers-sur-Oise legte den Grundstein für Cézannes Übergang zur Freilichtmalerei und seinen Anschluss an die späteren Impressionisten, an deren erster Ausstellung im ehemaligen Atelier von Gaspar-Félix Nadar am Boulevard des Capucines in Paris er 1874 teilnahm. 1880 zog sich Cézanne nach Aix-en-Provence zurück. Vom breiteren Publikum unverstanden, schätzten besonders die fortschrittlich gesinnten Impressionisten die reine Farbmalerei Cézannes, der zum Wegbereiter des französischen Kubismus wurde.

Paul Cézanne

Der Bahndurchstich, um 1870

Öl auf Leinwand, 80,4 x 129,4 cm
1911/12 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8646

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Paul Cézanne

Selbstbildnis, um 1878/80

Öl auf Leinwand, 55,5 x 46,2 cm
1912 als Schenkung von Eduard Arnhold und Robert von Mendelssohn im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8648

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