Dialogue #3

Dialogue #3

Anfang der 1990er-Jahre wird die internationale Kunstwelt auf Kelley aufmerksam, der mit zu Klumpen vernähten, oft verschmutzten Stofftieren von sich Reden macht. Diese Plüschtierarbeiten treffen zielsicher einen Nerv individueller und kollektiver Erfahrung: Sie berühren unmittelbar die Bereiche familiärer und gesellschaftlicher Erziehung der amerikanischen Mittelklasse. Die geliebten Kuscheltiere fungieren als Projektionsfläche sozialer Interaktion.

Mike Kelley (1954 ‐ 2012)

Leben und Werk

Mike Kelley wird 1954 am Stadtrand der „Motor City“ Detroit geboren und wächst auch dort auf; und die Randzone des amerikanischen Traums, der Untergrund, ist auch später seine Heimat. Seine Liebe gilt den marginalen, queeren, abgelehnten und missachteten Bereichen der westlichen Kultur. Dort sieht er die Möglichkeit, scheinbar feste Ordnungen in Frage zu stellen und einen erweiterten Kulturbegriff zu formulieren. Kelley sammelte, wie er selbst sagte, „Zweitklassiges, seltsame Comics, Erotika, Bilder von Halbstarken“ und andere Marginalien künstlerischer Produktion, um sie anschließend in seine Arbeiten zu integrieren.