Blick von der Villa Malta auf St. Peter

Johann Georg von Dillis

Blick von der Villa Malta auf St. Peter, 1818

Öl auf Papier, auf Leinwand geklebt, 28,2 x 43,1 cm

Inv. Nr. 11468

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Blick von der Villa Malta auf St. Peter

Der Blick auf Sankt Peter gehört zusammen mit dem Blick auf den Quirinal und dem Blick auf das Kapitol zu einer Gruppe von drei Ölskizzen, die Dillis während eines Romaufenthalts als Begleiter des Kronprinzen Ludwig 1818 von der Villa Malta aus gemalt hat. Dargestellt sind drei Ausblicke auf Rom, die vom Turm der Villa nach Osten, Süden und Westen gerichtet sind. Markante Bauten wie der Quirinalspalast, das Kapitol oder die ferne Kuppel von St. Peter dominieren den gewählten Bildausschnitt. Zuvor hatte sich Dillis in Zeichnungen mit den Motiven auseinandergesetzt und dabei unterschiedliche Blickwinkel erprobt. Die anschließenden, vor Ort im Freien ausgeführten Ölskizzen offenbaren in ihren flüchtig und rasch aufgetragenen Pinselstrichen eine atmosphärische Lichtstimmung, der sich die Wiedergabe der baulichen Situation unterordnet. Immer wieder scheint sich die Stadtlandschaft im Hintergrund und nach den Seiten hin im Dunst aufzulösen. Diese Flüchtigkeit und Spontaneität in der Charakterisierung des morgendlichen Lichtes markieren ein bedeutendes Beispiel früher deutscher Freilichtmalerei. Mit seinem Interesse für Licht und atmosphärische Stimmungen fand Dillis Jahre vor Camille Corot zu einer eigenständigen Malweise, die er neben seinem Amt als Zentralgaleriedirektor der königlich bayerischen Gemäldesammlungen entwickelte.

Johann Georg von Dillis (1759 ‐ 1841)

Leben und Werk

Georg von Dillis hat nicht nur als einfühlsamer Porträtist der bayerischen Landschaft Bedeutung erlangt, sondern vor allem durch seine Tätigkeit als Inspektor der Münchner Hofgartengalerie und Direktor der Zentralgemäldegalerie unter den Königen Max I. Joseph und Ludwig I. Während der Amtszeit Dillis' wurden die von Napoleon geraubten Kunstschätze zurückgeführt, die Düsseldorfer, Mannheimer und Zweibrücker Galerien mit den Münchner Beständen der kurfürstlichen Galerie vereinigt, die Erwerbungen aus dem Säkularisationsgut integriert und nicht zuletzt die neu errichtete Alte Pinakothek eingerichtet. Wichtige Ankäufe wurden von Dillis begleitet, so die Erwerbung der Sammlungen Boisserée und Wallerstein mit bedeutenden Werken der spätmittelalterlichen Malerei durch Ludwig I. Als Kunstagent und Sammlungsdirektor nahm er maßgeblichen Einfluss auf Neuordnung und weitere Entwicklung der Bestände. Auch als Künstler leistete Dillis, der eigentlich Theologie und Philosophie studiert hatte, Bedeutendes. Bereits in den Jahren um 1800 malte er zu privaten Zwecken Ölskizzen und Aquarelle vor der Natur und nahm so wichtige Entwicklungen des 19. Jahrhunderts vorweg. Während seine frühen Gemälde, vor allem italienische Landschaften, noch spätbarocken Kompositionsschemata verhaftet sind, löste er sich später immer mehr von den Vorgaben idealistischer Theorie und schuf charakteristische, der Wirklichkeit verpflichtete Landschaftsporträts.

Johann Georg von Dillis

Tivoli, um 1830/32

Öl auf Papier, auf Pappe geklebt, 36,4 x 51,5 cm
1925 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9321

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Johann Georg von Dillis

Grottaferrata bei Rom, um 1796/97

Öl auf Eichenholz, 33,4 x 45,4 cm
1841 durch König Ludwig I. aus der Sammlung Klenze erworben
Inv. Nr. WAF 211

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Johann Georg von Dillis

Blick von der Villa Malta auf den Quirinal, 1818

Öl auf Papier, auf Leinwand geklebt, 30,7 x 43,5 cm
1869 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11469

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Johann Georg von Dillis

Blick von der Villa Malta auf das Kapitol, 1818

Öl auf Papier, auf Leinwand geklebt, 29,3 x 43,4 cm
1869 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11470

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Johann Georg von Dillis

Blick von der Villa Malta auf Sankt Peter, 1818

Öl auf Papier, auf Leinwand geklebt, 28,2 x 43,1 cm
1869 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11468

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