Der November aus der Serie der Monatsbilder

Der November aus der Serie der Monatsbilder

Im Jahr 1641 erteilte Kurfürst Maximilian I. dem niederländischen Maler Joachim von Sandrart den Auftrag, für das Speisezimmer im Alten Schloss Schleißheim eine Serie Monatsbilder zu malen. Allegorien und Personifikationen waren in der Barockzeit ein beliebtes Bildthema. So widmete Sandrart jedem Monat eine reich ausgestattete, als Kniestück gezeigte Einzelfigur, die vor einer Landschaft oder in einem Interieur erscheint. Dabei folgte er keinem übergreifenden Konzept, sondern interpretierte die jeweiligen Monate als stimmungsvolle Genreporträts aus den unterschiedlichsten Gesellschafts- und Altersgruppen. Dem Betrachter werden entweder monatstypische Tätigkeiten der einfachen Leute oder aber Szenen aus dem höfischen Leben dargeboten. Vereinzelt finden sich auch Anspielungen auf das jeweilige Tierkreiszeichen sowie auf die antike Temperamentenlehre. Ein Jäger, der gemeinsam mit seinem Hund nach erfolgreichem Beutezug heimkehrt, verkörpert den Monat November. 

Joachim von Sandrart (1606  ‐ 1688)

Leben und Werk

Aufenthalte in Rom und Holland prägten die Kunst des 1606 in Frankfurt am Main geborenen Joachim von Sandrart, der als Kupferstecher und Maler tätig war. Kunsthistorische Bedeutung erlangte er vor allem auch in seiner Rolle als Akademielehrer in Augsburg und Nürnberg und durch sein literarisches Werk „Teutsche Academie“ (1675–79).