Die Sintflut

Hans Baldung gen. Grien

Pfalzgraf Philipp der Kriegerische, 1517

Lindenholz (Tilia sp.), 41,5 x 30,8 cm
Aus Schloß Neuburg an der Donau
Inv. Nr. 683

Details   

Die Sintflut

Aufgrund der Bosheit der Menschen beschloss Gott, alles Leben von der Erde zu tilgen. Nur der gerechte Noah sollte gerettet werden. Gott befahl ihm, eine Arche zu bauen und von jedem Lebewesen ein Paar mitzunehmen. Dann kam der Regen. Das Wasser stieg höher als die höchsten Berge und stand so 150 Tage lang, bis alles Leben vernichtet war. Als der Pegel sank, strandete die Arche auf dem Berg Ararat in Armenien (heute: Türkei).

Baldung setzt das Thema wörtlich um: Das lateinische arca heißt nichts anderes als „Kasten“. In den Mittelpunkt stellt er den verzweifelten Überlebenskampf von Mensch und Tier. Doch die Tauben im Fenster und die durchbrechenden Sonnenstrahlen weisen auf das Ende der Katastrophe hin. Ein Regenbogen wird den neuen Bund zwischen Gott und Noah besiegeln.

Auf Tafelbildern ist das Thema äußerst selten dargestellt worden. Kaum ist zu entscheiden, ob religiöse Beweggründe der Anlass waren. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit einer für den Februar 1524 vorausgesagten Unheil verheißenden Großen Konjunktion von Saturn und Jupiter, die die Welt seit 1499 beunruhigte. Nach 1 Petr 3,20–21 war die Arche Sinnbild für die Taufe, aber auch für die Kirche – bedeutungsvoll am Vorabend der Reformation.

Hans Baldung gen. Grien (1484 ‐ 1545)

Leben und Werk

Deutscher Maler, Kupferstecher, Zeichner für Holzschnitt und Glasmalerei. Geboren 1484 oder 1485 in Schwäbisch-Gmünd. Wie er zu dem Beinamen "Grien" (der Grüne) kam, ist unbekannt. Seine Lehrzeit verbrachte er wohl in Straßburg. Während der Jahre 1503 bis 1506 hielt er sich in der Werkstatt Albrecht Dürers in Nürnberg auf. Nach der Wanderschaft kehrte er wieder nach Straßburg zurück, wo er 1509 das Bürgerrecht erwarb. 1510 wurde er dort von der Zunft als Meister bestätigt; von 1512 bis 1517 war er in Freiburg im Breisgau tätig. Gestorben 1545 in Straßburg.