Seinequai in Paris (M+)

Maximilien Luce

Seinequai in Paris, 1899

Öl auf Leinwand, 46,5 x 55,5 cm
1912 als Schenkung von Harry Graf Kessler im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8668

Details   

Seinequai in Paris

Luces Schilderung des vom Leben erfüllten Quai und Pont Saint-Michel gehört zu einer Reihe von Bildern mit Pariser Bauwerken. Ihn faszinierten die beeindruckenden, großen Monumente und deren Darstellung bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen und zu verschiedenen Jahreszeiten. Luces Malweise, die sich zunächst an Gustave Courbet und Honoré Daumier anlehnt, entwickelt sich unter dem Eindruck von Michel Eugène Chevreuls Schrift über die Simultankontraste bis 1900 zur fast völligen Auflösung der Form in winzige, pointillistische Farbtupfer, die erst durch das Sehen zu einer Einheit geführt werden. In den letzten Jahrzehnten seines Lebens arbeitet er wieder traditioneller, aber stets mit lichterfüllter Palette.
Das Münchner Bild steht auf dieser letztgenannten Stufe. Die einzelnen Farbtupfer sind großzügiger gesetzt, die Häuserreihe rechts am Kai besteht aus kleinen Farbflächen, vor denen eine Baumreihe in herbstlicher Pracht leuchtet. Insgesamt fehlt dem Bild der typisch pointillistische Rastereindruck. Die Farbigkeit besticht durch die Kombination der zarten rosé- bis orangefarbenen Töne mit dem Blaulila des Himmels, der Brückenpfeiler und des Straßenpflasters. Durch die duftigen Wolken fallen Sonnenstrahlen auf das Wasser der Seine, auf der große Lastkähne unterwegs sind.

Maximilien Luce (1858 ‐ 1941)

Leben und Werk

Geboren am 13. März 1858 in Paris, gestorben am 7. Februar 1941 ebenda. ¿ Nach einer Lehre als Holzschneider eignete sich Luce in Abendkursen das Zeichnen an, später lernte er das Malen an der Académie Suisse. Vom Impressionismus ausgehend, schloss sich Luce durch Vermittlung Camille Pissarros den Neoimpressionisten bzw. Pointillisten um Georges Seurat an. In der neuen Technik malte er Ansichten von Paris und Umgebung, wobei er gewöhnlich die Darstellung der Lebenswelt von Arbeitern in seine Landschaften einbezog.