Sonnige Gartenecke (M+)

Max Slevogt

Sonnige Gartenecke, 1921

Öl auf Leinwand, 90,5 x 110,5 cm
1922 vom Künstler erworben
Inv. Nr. 9094

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Sonnige Gartenecke

Im Schutz einer hohen und mit Grün bewachsenen Steinmauer sind eine halbrunde Gartenbank und ein runder Steintisch im Slevogtschen Garten in Neukastel dargestellt. Blumenstauden mit weißen Blüten wachsen im Schutz der besonnten Mauer, der Garten ist dicht grün bewachsen. In der Bildtiefe rechts hinten erkennt man schemenhaft eine dunkelgrün gekleidete Frau mit Sonnenschirm, eine Treppe in den Garten hinabsteigend.
Die Konzentration auf grüne und hellbeige bis weiße Farbwerte macht den eigentlichen Reiz des Bildes aus. Die Darstellung der üppigen, sattgrünen Vegetation im gleißenden Sonnenlicht wird so sinnlich erfahrbar. Der kräftige und schnelle, abwechselnd pastose, dann wieder magere Farbauftrag skizziert mit wischendem Strich die Formen der Blätter und Blüten, marmoriert die groben Steine der Mauer und charakterisiert den Sandboden, auf dem helle Reflexe des Sonnenlichts liegen.
Slevogt kam nach eigenen Erinnerungen erstmals um 1885 nach Neukastel in der Pfalz, wo er auf dem Landgut seiner zukünftigen Schwiegereltern, der Zigarrenfabrikanten Finkler, zu Gast war. Als 1914 die Familie Finkler in finanzielle Schwierigkeiten geriet, erwarb Slevogt Neukastel. Das Gut wurde für Slevogt vor allem während der Kriegsjahre – er hielt sich für gut zwei Wochen als Kriegsmaler an der Westfront auf, was ihn schwer erschütterte – und gegen Ende seines Lebens eine Zufluchtsstätte, deren Garten und Umgebung er vielfach festhielt.

Max Slevogt (1868 ‐ 1932)

Leben und Werk

Geboren am 8. Oktober 1868 in Landshut, gestorben am 20. September 1932 in Neukastel (Pfalz). Seit 1885 studierte Slevogt an der Münchner Akademie, 1889 für ein Semester an der Académie Julian in Paris, wo er sich mit dem Impressionismus auseinander setzte. Nach seiner Rückkehr aus Frankreich führten ihn verschiedene Reisen ins Ausland, darunter nach Italien und Holland. 1899 wurde seine bei der Münchner Secession ausgestellte »Danae« zum öffentlichen Ärgernis. Slevogt übersiedelte 1901 nach Berlin und wurde in den folgenden Jahren Mitglied der Berliner und der Dresdner Akademie. 1914 unternahm er eine Ägyptenreise, 1915 ging er als Kriegsmaler nach Belgien. Neben Max Liebermann und Lovis Corinth ist Slevogt der dritte wichtige Vertreter des deutschen Impressionismus.

Max Slevogt

Feierstunde, 1900

Öl auf Leinwand, 127,0 x 155,2 cm
1901 auf der Münchner Jahresausstellung im Glaspalast erworben
Inv. Nr. 8181

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