Badende Jungen (M+)

Max Liebermann

Badende Jungen, 1898

Öl auf Leinwand, 112,5 x 152,0 cm
1981 als Schenkung aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 14679

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Badende Jungen

Das Thema der badenden Knaben war spätestens seit Adolph von Menzels »Badenden Knaben in der Saale bei Kösen« (1865) ein beliebtes Sujet und wurde sowohl von Paul Gauguin, Paul Cézanne und Georges Seurat als auch von Lovis Corinth thematisiert. Max Liebermann hatte sich dem Motiv bereits gut zwanzig Jahre zuvor in dem großformatigen Werk »Im Schwimmbad« genähert. Trotz der jährlichen Badeferien an der holländischen Küste seit Beginn der 1870er Jahre hatte der Künstler jedoch bislang nie das Meer gemalt. Die aus dem Meer kommenden Jungen frösteln und beeilen sich mit dem Anziehen. Dabei erfasst der vom Land kommende Wind die Hemden. Das auflaufende Wasser trägt kleine Schaumkronen, während der Himmel von Wolken überzogen ist.
Auch wenn das Gemälde im Atelier entstanden ist, erfüllt es doch aufgrund der sorgfältigen Choreographie der Figuren sowie der Fülle der dargestellten Gesten das zentrale Kriterium einer scheinbaren Momentaufnahme, wie es Liebermann Mitte der 1890er Jahre mit Blick auf Edgar Degas selbst formuliert hatte: »Bei keinem anderen Maler ist das Novellistische so völlig überwunden wie bei ihm.« Er wisse »so zu komponieren, dass es nicht mehr komponiert aussieht«. Es ist diese »Überwindung des Novellistischen durch den Impressionismus«, welche Liebermanns Motiv der »Badenden Knaben« zur malerisch umgesetzten Empfindung des Meeres als Ort der kühlen Sommerfrische ohne tiefergreifende Bedeutung werden lässt.

Max Liebermann (1847 ‐ 1935)

Leben und Werk

Geboren am 20. Juli 1847 in Berlin, gestorben am 8. Februar 1935 ebenda. - Nach erstem Zeichenunterricht 1863/64 bei Karl Steffeck in Berlin begann Liebermann 1868 ein Studium an der Weimarer Kunstschule. Seit 1871 zeigt sich seine Malerei beeinflusst durch den Ungarn Mihály von Munkácsy. Angezogen von der französischen Kunst, ging er 1872 nach Paris und 1874 nach Barbizon, um mit Jean François Millet in Kontakt zu treten. Entscheidend jedoch wurden seine jährlichen Studienreisen nach Holland, wo er Frans Hals und die hellfarbige »Haager Schule« kennen lernte. 1878 übersiedelte er nach München; hier orientierte er sich besonders an Wilhelm Leibl. 1884 kehrte Liebermann nach Berlin zurück, wo er 1897 endlich breite Anerkennung fand. Von 1899 bis 1911 war er Präsident der Berliner Secession, von 1920 bis 1933 Präsident der Preußischen Akademie der Künste. Gemeinsam mit Max Slevogt und Lovis Corinth bildet Liebermann die führende Trias des deutschen Impressionismus. Hatte er zunächst Motive aus der Arbeitswelt der einfachen Leute gewählt, so führte er mit rein malerischen Mitteln in späterer Zeit auch Szenen aus dem Leben des gehobenen Bürgertums vor und war als Porträtist gefragt.

Max Liebermann

Frau mit Geißen in den Dünen, 1890

Öl auf Leinwand, 127,0 x 172,5 cm
1891 auf der Münchner Jahresausstellung im Glaspalast vom Künstler erworben
Inv. Nr. 7815

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Max Liebermann

Münchner Biergarten, 1884

Öl auf Holz, 95 x 68,5 cm
1986 gemeinsam mit dem Ernst von Siemens-Kunstfonds aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 14979/ESK 3

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Max Liebermann

Selbstbildnis im Malkittel, um 1922

Öl auf Leinwand, 113,5 x 85,2 cm
1956 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 12421

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