Elsa Asenijeff (M+)

Max Klinger

Elsa Asenijeff, um 1900

Weißer und farbiger Marmor, Opale, Stuck, 92 x 47 x 36 cm
1981 als Schenkung aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. B 739

Details   

Elsa Asenijeff

Die Schriftstellerin Elsa Asenijeff, geb. Packeny, begegnete Klinger 1898 und war ihm viele Jahre lang Lebensgefährtin und Modell. Aus österreichischem Großbürgertum stammend und zuvor mit einem bulgarischen Diplomaten verheiratet, glänzte sie in der Leipziger Gesellschaft durch Bildung, Eleganz und extravagantes Wesen. Auch über Klingers künstlerisches Schaffen hat sie geschrieben. Aus der Verbindung mit Klinger ging die Tochter Desirée hervor, doch einige Jahre vor des Künstlers Tod trennte sich das Paar. Elsa starb am 5. April 1941 im Alter von 73 Jahren in Bräunsdorf bei Freiberg/Sachsen.
Klinger hat Elsa Asenijeff mehrfach porträtiert, aber nur diese eine Skulptur von ihr vollendet, die Julius Vogel, ein enger Freund Klingers, als dessen beste weibliche Porträtbüste bezeichnet hat. Auffassung und Behandlung ähneln der "Salome", die in Leipzig im Museum der bildenden Künste zu sehen ist. Sie besitzt den kindhaften Zug, den Klinger bereits in der Vorzeichnung zur "Salome" einfängt, jener Porträtzeichnung eines Pariser Mädchens, das der Künstler "Das Urbild der neuen Salome" nannte, den Urtypus der triebhaften Weiblichkeit, die an kein Alter gebunden, naturhaft dämonische Macht über den Mann ausübt.

Max Klinger (1857 ‐ 1920)

Leben und Werk

Geboren am 18. Februar 1857 in Leipzig, gestorben am 5. Juli 1920 in Großjena bei Naumburg. Klinger war zunächst Schüler an den Akademien von Karlsruhe 1874 und Berlin 1875. Zwischen 1883 und 1886 hielt er sich zu Studienzwecken in Paris auf, 1888 ging er nach Rom, 1893 kehrte er nach Leipzig zurück, 1903 ließ er sich in Großjena nieder. Während ihn die französischen Jahre besonders in maltechnischer und stilistischer Hinsicht geprägt haben, bezog er Anregungen in der Wahl seiner Themen und Motive vor allem aus Italien. Der Maler und Graphiker Klinger steht im Kolorit seiner Gemälde dem Impressionismus und der Freilichtmalerei nahe. Das Repertoire seiner surrealen Motivwelt gehört dem internationalen Symbolismus und dem Jugendstil an.