Sommertag auf der Insel Noirmoutier (M+)

Maurice Denis

Sommertag auf der Insel Noirmoutier, 1903

Öl auf Leinwand, 56,0 x 95,7 cm
Leihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung, München - 1992 als Vermächtnis aus dem Nachlass von Ernst von Siemens erworben
Inv. Nr. ESK 6

Details   

Sommertag auf der Insel Noirmoutier

Dargestellt ist eine bukolisch anmutende Szene mit Ruhenden und Badenden, teils im Licht, teils in den lichten Schatten von wenigen Bäumen und Sträuchern. Die selbstverständliche, schöne Übereinstimmung von Mensch und Natur gehört in die große Thematik des »Goldenen Zeitalters«, die, von den antiken Schriftstellern behandelt, im 19. und 20. Jahrhundert eine neue Aktualität erlangte. Maurice Denis hat 1911/12 einen Bildzyklus ausdrücklich unter dem Titel »L’Âge d’Or« geschaffen. Bei dieser Thematik handelt es sich um eine besondere Facette im OEuvre des Künstlers, der zu einem nicht geringen Teil mit seinen religiösen, ja mystischen Darstellungen bekannt geworden ist.
Schloss er sich damit als einer der »Nabis« dem Symbolismus von Paul Gauguin und dessen flächendekorativem Bildgefüge an, so zeigt das Gemälde
– ohne dass jene Einflüsse ganz aufgehoben wären – eine neuerliche Besinnung auf den Impressionismus, aber auch auf die ältere, klassische französische Tradition. Das antikische Element, das sich hierbei bemerkbar macht, findet sich zu gleicher Zeit auch bei Denis’ Freunden Aristide Maillol, Pierre Bonnard und Ker-Xavier Roussel.

Maurice Denis (1870 ‐ 1943)

Leben und Werk

Geboren am 25. November 1870 in Granville (Manche), gestorben am 13. November 1943 in Paris. Nach dem Studium an der Académie Julian und der École des Beaux-Arts in Paris gründete Denis unter dem Einfluss Paul Gauguins 1889 zusammen mit Paul Sérusier, Édouard Vuillard und Pierre Bonnard die symbolistische Künstlergruppe »Nabis« (Propheten). Reisen führten ihn in die ganze Welt, vor allem aber immer wieder nach Italien. Als Theoretiker der Nabis propagierte er die Abkehr vom Naturalismus, damit auch vom Impressionismus, und forderte, das Geistige in der Kunst durch »primitive« Stilmittel auszudrücken, die er im italienischen Quattrocento vorgebildet sah. Denis¿ Malerei vereint kräftige Farbkontraste und Helligkeitsstufen mit auffallend dekorativen Zügen.

Maurice Denis

Gallische Herdengöttin, um 1906

Öl auf Pappe, 79,5 x 67,5 cm
1912 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8654

Details