Die hll. Erasmus und Mauritius (M+)

Matthias Grünewald (Mathis Gothart-Nithart)

Die hll. Erasmus und Mauritius, um 1520/24

Lindenholz (Tilia spec.), 226 x 176 cm
Erworben Anfang des 19. Jahrhunderts aus der Stiftskirche in Aschaffenburg
Inv. Nr. 1044

Details   

Die hll. Erasmus und Mauritius

Die Tafel entstand im Zusammenhang mit der Neuausstattung des Neuen Stiftes in Halle unter Kardinal Albrecht von Brandenburg. Sie zeigt die Begegnung des hl. Märtyrers Mauritius, des Anführers der thebaischen Legion, mit dem hl. Erasmus. Der hl. Mauritius war Patron des Stiftes und des Heiligen Römischen Reiches, der hl. Erasmus Patron des fürstlichen Hauses, dem Albrecht von Brandenburg entstammte. Erasmus trägt die Porträtzüge des Auftraggebers. Nach der Auflösung des Neuen Stiftes im Zuge der Reformation wurde die Tafel zusammen mit anderen Kunstwerken nach Aschaffenburg überführt.

Matthias Grünewald (Mathis Gothart-Nithart) (1475 ‐ 1528)

Leben und Werk

Deutscher Maler. Geboren um 1475/80 vermutlich in Würzburg. Über die künstlerische Ausbildung liegen keine Nachrichten vor, doch sind mittelrheinische und mainfränkische Einflüsse und auch ein Schulverhältnis zu dem bald nach 1500 in Frankfurt am Main tätigen Hans Holbein d.Ä. anzunehmen. Seit etwa 1500 ist Grünewald in Seligenstadt am Main nachweisbar. Möglicherweise begegnete er 1503 in Nürnberg Albrecht Dürer. Er stand in Diensten des Mainzer Erzbischofs Uriel von Gemmingen; 1511 war er leitender Meister bei Bauarbeiten in Schloß Johannisburg in Aschaffenburg, einem Residenzschloß des Mainzer Fürstbischofs. Vielleicht hielt er sich 1513/15 in Isenheim ("Isenhei-mer Altar") auf. Von 1516 bis 1526 arbeitete er für Kardinal Albrecht von Brandenburg, der auch Erzbischof von Mainz war. Auf das Amt des Hofmalers verzichtete er 1526, vielleicht im Zusammenhang mit dem Aufruhr der Bauern und Bürger in Seligenstadt (1525), mit denen er möglicherweise sympathisiert hat. Er übersiedelte nach Frankfurt am Main. Sein Todesdatum ist - je nachdem, welchem der bisherigen mehr oder weniger überzeugenden Forschungsergebnisse man zustimmt - entweder das Jahr 1528 oder 1531. Es herrscht in der neueren Forschung ebenfalls Unsicherheit darüber, ob der Maler tatsächlich Matthias Grünewald hieß oder ob sein eigentlicher Name Mathis Gothardt Neithardt war.