Die Heilige Familie (M+)

Martin Schongauer

Die Heilige Familie, 1475/80

Lindenholz (Tilia sp.), 26,5 x 17 cm
Aus der Zweibrücker Galerie
Inv. Nr. 1132

Details   

Die Heilige Familie

Die reizende kleine Darstellung verbindet das Thema der Geburt Christi mit dem am Oberrhein beliebten Andachtsthema der Madonna auf der Rasenbank. Vor dem Stall zu Bethlehem sitzt Maria auf einer Rasenbank, ihr kleines Kind auf dem Schoß haltend. Sie reicht ihm eine Wegwarte, eine Blume, der eine unheilabwehrende Kraft beigemessen wird. Im Hintergrund ist der heilige Joseph zu sehen. Es scheint, als sei er aus dem Stall zum Aufbruch herausgetreten. Man denkt an die Geschichte der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten.

Martin Schongauer (1450 ‐ 1491)

Leben und Werk

Deutscher Maler und Kupferstecher. Geboren um 1450 wohl in Kolmar als Sohn des ehemals Augsburger Goldschmiedes Caspar Schongauer, der 1445 in Kolmar das Bürgerrecht erhielt. Er wurde 1465 an der Universität in Leipzig immatrikuliert, doch blieb er nicht lange in Leipzig. Zwischen 1466 und 1469 lernte er wohl bei dem weitgehend von der niederländischen Malerei abhängigen Kolmarer Stadtmaler Caspar Isenmann. Vermutlich regte Isenmann den jungen Schongauer zu einer Reise nach Burgund an, um Rogier van der Weydens ¿Jüngstes Gericht" in Beaune kennenzulernen. Es ist anzunehmen, daß Schongauer auch Köln und die Niederlande besuchte. Angenommen wird auch eine Reise in den Nordwesten Spaniens. 1469 ist er als Hausbesitzer in Kolmar genannt, 1488 stiftete er dort eine Seelenmesse, nannte sich aber 1489 bei einer Vollmachtsübertragung an seinen Bruder Paul "Bürger von Breisach". Schongauer war der bedeutendste deutsche Kupferstecher vor Dürer. Gestorben 1491 in Breisach.