Notturno (M+)

Ludwig von Hofmann

Notturno, um 1897

Öl auf Jute, 62,8 x 83,8 cm
1959 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 13000

Details   

Notturno

Wie so oft in seinem Werk strebte Ludwig von Hofmann auch hier nach einer paradiesischen Verbindung der menschlichen Gestalt mit der Landschaft. Bereits der Titel"Notturno" (Nachtstück) suggeriert den romantischen Stimmungscharakter dieser vom Mondlicht beleuchteten Darstellung. Miteinander korrespondierende Flächenformen und Linienführungen und eine verhaltene Farbigkeit bestimmen die kompositorische Ordnung des Bildes.
So verweist die arkadische Naturidylle gleichsam auf eine Traumvorstellung, aus der sich das Porträt einerseits herauslöst und mit der zusammen es doch gleichzeitig eine inhaltliche Einheit bildet. Bei der Dargestellten handelt es sich wahrscheinlich um Elly Kekulé von Stradonitz; sie war die Tochter des Archäologen und Direktors der Berliner Antikenabteilung, Reinhard Kekulé von Stradonitz, eine Cousine Hofmanns und seine spätere Frau.

Ludwig von Hofmann (1861 ‐ 1945)

Leben und Werk

Geboren am 17. August 1861 in Darmstadt, gestorben am 23. August 1945 in Pillnitz bei Dresden. Nach anfänglichem Jurastudium in Bonn besuchte Hofmann von 1883 bis 1886 die Dresdner Kunstakademie, bevor er 1886 bis 1888 an der Karlsruher Akademie bei Ferdinand Keller studierte. Ein Parisaufenthalt 1889 an der Académie Julian hinterließ prägenden Einfluss durch die Bekanntschaft mit Albert Besnard, Maurice Denis und Puvis de Chavannes. Seit 1890 in Berlin ansässig, trat er der dortigen »Gruppe der Elf« bei, dem Vorläufer der Berliner Secession. Seit 1892 maßgeblich durch Hans von Marées beeinflusst, lebte Hofmann von 1894 bis 1899 meist in Rom. 1903 wurde er an die Weimarer Kunstschule berufen, wo er zu den Mitbegründern des Deutschen Künstlerbundes zählte. 1905 erhielt er eine Professur an der Dresdner Akademie. Ausgehend vom französischen Symbolismus, zeichnet sich Hofmanns Malerei durch rhythmisch ausgewogene Komposition, eine von Flächigkeit und Linearität bestimmte Bildform und eine helle, dekorative Farbigkeit aus. In seinem der Malerei des Jugendstils nahestehenden Werk strebte Hofmann nach einer paradiesischen Verbindung der menschlichen Gestalt mit der Natur.