Fischerfriedhof in Nidden an der Kurischen Nehrung (M+)

Lovis Corinth

Fischerfriedhof in Nidden an der Kurischen Nehrung, 1893

Öl auf Leinwand, 113,4 x 148,5 cm
1954 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 12043

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Fischerfriedhof in Nidden an der Kurischen Nehrung

Der Blick fällt auf den von Kiefern bestandenen, zum Wasser hin abfallenden ehemaligen Fischerfriedhof in Nidden (litauisch Nida), dessen schlichte, größtenteils schon verwitterte Holzkreuze und Gräber von Strandhafer, Unkraut und verwilderten Blumenbeeten überwachsen sind. Am Uferweg im Bildhintergrund spazieren Menschen, und die glatte See ist von etlichen kleinen Segelbooten belebt. Rechts hinter den Kiefern erkennt man eine Häusergruppe.
Kompositorisch und motivisch übernahm Corinth mit den Kiefern, den
Grabkreuzen und der melancholischen Stimmung Merkmale des Jugendstils. Die verhaltene Stimmung und die Motive des Bildes bezeichnen den Kreislauf von Leben und Tod, in dem die Kreuze zu Gegenpolen der umgebenden Natur werden. Gleichzeitig verarbeitete Corinth hier durchaus Eindrücke des französischen Impressionismus, indem er den feuchten Dunst des Abendnebels als atmosphärische Stimmung zwischen den Grabkreuzen einfing, die abendliche Stille spiegelglatten Wassers malte und die roten Hausdächer als Akzente zwischen das Dunkel der Kiefernäste setzte oder die kleinen roten und weißen Blüten in den staubigen, erdfarbenen Grund platzierte.

Lovis Corinth (1858 ‐ 1925)

Leben und Werk

Geboren am 21. Juli 1858 in Tapiau in Ostpreußen (heute Gwardeisk), gestorben am 17. Juli 1925 in Zandvoort (Holland). - Nach anfänglichem Besuch der Königsberger Akademie studierte Corinth seit 1880 an der Münchner Akademie bei Franz von Defregger und Ludwig von Löfftz. 1884 ging er nach Antwerpen, bevor er für einige Monate die Académie Julian in Paris besuchte. Nach erneuten Jahren in Königsberg schloss er sich 1891 in München dem Kreis um die Secession, Franz von Stuck, Fritz von Uhde und Wilhelm Trübner, an. 1901 ging Corinth nach Berlin, wo er Mitglied der dortigen Secession wurde. Galt Corinth mit seinen reinmalerischen Bestrebungen neben Max Liebermann und Max Slevogt zunächst als führender Vertreter des deutschen Impressionismus, so erfuhr seine Malerei nach 1911 eine allmähliche Wendung zum Expressionismus. Vor allem die Gemälde seiner Spätzeit, die zum Teil auf seinem Anwesen am Walchensee entstanden, zeichnen sich durch einen freien Pinselduktus und die zunehmende Auflösung des Gegenständlichen aus.

Lovis Corinth

Selbstbildnis, 1924

Öl auf Leinwand, 135,7 x 107 cm
1951 erworben als Ankauf von Charlotte B. Corinth, New York.
Inv. Nr. 11327

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Lovis Corinth

Rittersporn, 1924

Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm
1924 erworben als Ankauf von Lovis Corinth
Inv. Nr. 9219

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Lovis Corinth

Eduard Graf von Keyserling, 1900

Öl auf Leinwand, 100,0 x 75,5 cm
1919 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 8986

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Lovis Corinth

Thomas und Wilhelmine - Die Kinder des Künstlers, 1916

Öl auf Leinwand, 165,2 x 95,4 cm
1991 mit Unterstützung der Theo Womland Stiftung und aus Mitteln aus dem Nachlass Gertrud Harrsch durch Ankauf erworben
Inv. Nr. 15247

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Lovis Corinth

Der rote Christus, 1922

Öl auf Holz, 130,2 x 107,4 cm
1956 erworben als Ankauf von Charlotte B. Corinth, New York (vermittelt durch den Kunsthändler Franz Resch, Gauting)
Inv. Nr. 12383

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