Die Himmelfahrt Mariae (M+)

Die Himmelfahrt Mariae

Musizierende Engel geleiten Maria auf ihrer Himmelfahrt. Christus erwartet sie mit seinen Propheten am offenstehenden Sternenhimmel. In der Spitze des Giebelfeldes ist die Krönung der Gottesmutter dargestellt. Die außerordentliche Bedeutung der Tafel beruht nicht nur auf ihrer künstlerischen Qualität, sondern auch auf dem ikonographischen Typus der Darstellung. Sie ist das früheste bekannte Beispiel einer Himmelfahrt Mariae in dieser spezifischen Kompositionsform. Maria wird nicht mehr - anschaulich und begreifbar - in einer Mandorla emporgetragen, sondern von unsichtbarer Kraft bewegt. Der Sieneser Lippo Memmi gehörte dem künstlerischen Kreis um Simone Martini an, dessen Schwager er war.

Lippo Memmi (1317 ‐ 1347)

Leben und Werk

Sienesischer Maler. Nachweisbar zwischen 1317 und 1350. Von dem Künstler sind nur wenige gesicherte Werke bekannt. Zu ihnen gehören die im Jahre 1317 entstandene Maestà im Palazzo del Popolo in San Gimignano, ein 1333 datiertes Diptychon in Berlin mit der Madonna und Johannes dem Täufer und die Verkündigung Mariä in den Uffizien in Florenz, ebenfalls 1333 entstanden, die er gemeinsam mit seinem Schwager Simone Martini schuf. Zahlreiche Dokumente berichten von weiteren Gemälden, die heute jedoch verschollen sind. Lippo Memmi gehörte dem engen künstlerischen Kreis um Simone Martini an, von dessen Formensprache er maßgeblich beeinflußt wurde. Gegenüber der lyrischen und festlichen Stimmung der Bilder Simone Martinis, weisen die des Lippo Memmi stets einen Zug gedämpfter Melancholie auf.