Porto Venere am Golf von La Spezia (M+)

Leo von Klenze

Porto Venere am Golf von La Spezia, um 1827/29

Öl auf Leinwand, 93,5 x 117,5 cm
1992 als Schenkung von Orla von Delbrück, der Ururenkelin des Bruders Klenzes, erworben
Inv. Nr. 15259

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Porto Venere am Golf von La Spezia

Das Gemälde, eines der frühesten Zeugnisse von Klenzes malerischer Tätigkeit, zeigt einen Abschnitt der ligurischen Küste am Golf von La Spezia. Es ist die Meerenge zwischen Porto Venere mit der Kirche S. Pietro und der vorgelagerten Insel Palmaria. Über dem Meer haben sich dunkle Wolken zusammengezogen, die Wellen schlagen hoch, und ein Segelschiff ist bereits in Seenot geraten. Die Menschen am Ufer haben dies bemerkt und bringen mit flehenden Gesten ihre Verzweiflung zum Ausdruck.
Bereits 1806 führte eine Reise den jungen Architekten nach Italien, wo er zunächst in Genua Station machte und anschließend den Weg über La Spezia und Pisa nach Rom nahm. Das Tagebuch berichtet dabei auch über einen Seesturm, in den er vor der Küste bei Livorno geraten sei, und der dem im Bild dargestellten Unwetter einen biographischen Hintergrund geben mag. Ein weiteres Mal besuchte Klenze die ligurische Küste 1827, und bei diesem Aufenthalt sind auch jene Studien entstanden, die Klenze der späteren Ausführung unseres Gemäldes zugrunde gelegt hat.
Klenze hat neben seinen vielfältigen Aufgaben als Architekt ein rund 80 Gemälde umfassendes malerisches Werk geschaffen. In der Wahl der Motive bleibt immer das Interesse an historischen Bauformen bemerkbar sowie an der Einbindung der Architektur in die umgebende Landschaft.

Leo von Klenze (1784 ‐ 1864)

Leben und Werk

Wie sein Berliner Zeitgenosse und Konkurrent Karl Friedrich Schinkel war auch Leo von Klenze nicht nur als Architekt tätig - er entwarf im Auftrag Ludwigs I. zahlreiche Bauten für München und Bayern -, sondern trat auch als Zeichner und Maler hervor. Wie bei Schinkel spielen auch in Klenzes Gemälden architektonische Motive eine besondere Rolle. Klenze studierte die antike und nachantike Architektur auf Reisen in Italien, Sizilien und Griechenland. Dabei entstanden gezeichnete Studien, die als Vorlagen für Architekturentwürfe, aber auch für seine Gemälde dienten. Besonders seine Nachforschungen zur Polychromie der antiken Tempel und Skulpturen fanden in seinen Bauten, wie etwa dem Monopteros im Englischen Garten in München, aber auch in manchen seiner Gemälde einen Niederschlag. Klenze besaß außerdem eine bedeutende Sammlung zeitgenössischer Gemälde deutscher Künstler, die er 1841 an König Ludwig verkauft hat und die einen wichtigen Grundstock der 1853 eröffneten Neuen Pinakothek bildete.

Leo von Klenze

Der Camposanto in Pisa, 1858

Öl auf Leinwand, 103,5 x 130,5 cm
1960 als Schenkung aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 13078

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Leo von Klenze

Ideale Ansicht der Akropolis und des Areopag in Athen, 1846

Öl auf Leinwand, 102,8 x 147,7 cm
1852 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. 9463

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Leo von Klenze

Der Palazzo Rufolo in Ravello, 1861

Öl auf Leinwand, 96,5 x 83,0 cm
Vor 1866 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11474

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