Der Tod des Johann von Nepomuk (M+)

Joseph von Führich

Der Tod des Johann von Nepomuk, 1865

Öl auf Leinwand, 159,8 x 254,5 cm
1865 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11446

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Der Tod des Johann von Nepomuk

Als Darstellung einer christlichen Märtyrerlegende nimmt das Gemälde eine Randposition innerhalb der Sammlung ein. In der Auseinandersetzung um kirchenpolitische Fragen hatte König Wenzel IV. den Priester Johannes von Nepomuk foltern, knebeln und von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau werfen lassen. Das Gemälde zeigt die Auffindung des Leichnams.

Joseph von Führich (1800 ‐ 1876)

Leben und Werk

Geboren am 9. Februar 1800 in Kratzau/Chrastava in Böhmen als Sohn des Malers Wenzel Führich, gestorben am 13.März 1876 in Wien. – Führich studierte an der Kunstakademie in Prag bei Joseph Bergler d. J. Er malte schon in seinen frühen Jahren Altarbilder und illustrierte zeitgenössische Dichtungen sowie Geschichten aus der Bibel. Als Vorbild verehrte er Albrecht Dürer. Führich genoss die Förderung von Johann Wenzel Fürst Metternich, der ihm 1827 einen dreijährigen Aufenthalt in Italien ermöglichte. In Rom schloss er sich den Nazarenern um Friedrich Overbeck an, deren Ideal einer religiös bestimmten, in der Öffentlichkeit wirksamen Kunst er sich zu eigen machte. 1834 wurde Führich auf Vermittlung Metternichs als Kustos an die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste inWien berufen und erhielt 1840 an der Akademie eine Professur für historische Komposition. Bekannt wurde Führich vor allem durch seine monumentalen kirchlichen Bilderzyklen wie die Kreuzwegstationen auf dem Laurenziberg in Prag und in der St.-Johann-Nepomuk-Kirche in Wien, die durch Druckgraphik verbreitet und im ganzen süddeutschen Raum nachgeahmt und kopiert wurden, sowie durch die Wandgemälde in der Altlerchenfelder Kirche in Wien. Führich blieb zeitlebens der nazarenischen Kunstauffassung verpflichtet und war nach dem Tod von Peter Cornelius (1867) und Friedrich Overbeck (1869) neben Edward von Steinle deren letzter bedeutender Vertreter.

Joseph von Führich

Einführung des Christentums in die deutschen Urwälder, 1864

Öl auf Leinwand, 161,5 x 256,3 cm
1864 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11445

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