Johann Wolfgang von Goethe (M+)

Joseph Karl Stieler

Johann Wolfgang von Goethe, 1828

Öl auf Leinwand, 78,0 x 63,8 cm
1828 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 1048

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Johann Wolfgang von Goethe

Das Bildnis Goethes schuf Joseph Stieler im Auftrag König Ludwigs I. von Bayern. 1828 reiste der Künstler mit einem Empfehlungsschreiben des Königs nach Weimar, um dort die Vorarbeiten anzufertigen. Über den Aufenthalt Stielers in Weimar und die Porträtsitzungen geben die Tagebücher Goethes Auskunft. Drei dieser Vorstudien sind noch erhalten.

Stieler hat den Dichter und Gelehrten Goethe als Halbfigur an seinem Schreibtisch sitzend dargestellt. Der Oberkörper ist frontal dem Betrachter zugekehrt, während der Kopf nach rechts gewandt und der Blick seitlich aus dem Bild heraus gerichtet ist. Die statische Gefasstheit der Gesamtkomposition und die genaue Wiedergabe von Gesichtszügen und Kleidung werden somit gelockert und erhalten ein lebensnahes Element.

In seiner rechten Hand hält der Dichter ein Blatt Papier, auf dem die letzten Zeilen eines von Ludwig I. verfassten Gedichtes zu lesen sind. Der König war der Autor einer Vielzahl von schwärmerischer Begeisterung getragener Gedichte, die zumeist antikem Versmaß folgten. 28 seiner Distichen ließ er in den Münchner Hofgartenarkaden als Beschriftungen zu Carl Rottmanns Italienzyklus öffentlich anbringen. Mit dem Gedicht Ludwigs in Händen erweist Goethe - dessen Urteil in Kunstdingen besonderes Gewicht besaß - dem bayerischen König und dessen dichterischen Hervorbringungen seine Reverenz. Andere Zeitgenossen hielten sich mit Kritik und Spott über die meist ungelenken Verse Ludwigs weniger zurück.

Joseph Karl Stieler (1781 ‐ 1858)

Leben und Werk

Der aus Mainz stammende Joseph Stieler hat sich als feinfühliger Porträtmaler einen Namen gemacht. Seine Porträtauffassung wurde vor allem durch seine Tätigkeit im Atelier des David-Schülers François Gérard in Paris beeinflusst. Nach einem längeren Italienaufenthalt war er hauptsächlich für den bayerischen Hof tätig. Besonders berühmt sind die im Auftrag König Ludwigs I. gemalten Bildnisse der sogenannten "Schönheitengalerie" in Schloss Nymphenburg. Stielers Porträts zeichnen sich durch die ausschließliche Konzentration auf die dargestellte Person aus. Schmückendes Beiwerk fehlt, nichts lenkt den Blick des Betrachters von der Porträtfigur ab. Stieler erreicht diese Fokussierung auf die Person durch einen gezielt eingesetzten Hell-Dunkel-Kontrast, der die genau charakterisierten Gesichtszüge besonders hervorhebt.

Joseph Karl Stieler

König Ludwig I. von Bayern im Krönungsornat, 1826

Öl auf Leinwand, 244,0 x 171,0 cm
1826 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. 1062

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Joseph Karl Stieler

Hofsängerin Katharina Sigl-Vespermann, 1828

Öl auf Leinwand, 71,7 x 59,0 cm
1829 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 1047

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Joseph Karl Stieler

Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, 1835

Öl auf Leinwand, 71,8 x 57,7 cm
Leihgabe der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München
Inv. Nr. L 1858

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