Der Schmadribachfall (M+)

Joseph Anton Koch

Der Schmadribachfall, 1822

Öl auf Leinwand, 131,8 x 110,0 cm
1829 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 449

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Der Schmadribachfall

Im "Schmadribachfall" wird Kochs "heroische" Landschaftsauffassung exemplarisch deutlich. Das Bergmassiv mit dem herabstürzenden Wasserfall baut sich eindrucksvoll vor dem Betrachter auf. Menschen finden in dieser hochalpinen Region keinen Lebensraum. Die unbezwingbar scheinende Natur weist keine Spuren von Zivilisation auf und ist kaum erschlossen. Lediglich am Fuß des Berges ist ein Hirte zu sehen, der zwischen einem Wildbach und angechwemmten Totholz der Rauheit der Natur ausgesetzt ist. Nur die schmale Zone am unteren Bildrand scheint überhaupt für Menschen zugänglich zu sein. Der sich darüber erhebende dichte, dunkelgrüne Fichtenwald wirkt abweisend und auch das Felsgestein darüber wird lediglich von einer einzelnen Gemse belebt.

Koch holt durch seine detaillierte, extrem scharfzeichnende Malerei das Bergmassiv ganz nah an den Betrachter heran. Alle drei Bildzonen liegen gleichermaßen dicht an der Bildoberfläche: der Fluss und die Wiese im Tal, der Wald sowie der in einiger Entfernung gelegene schneebedeckte Gipfel. So bekommt die Hochgebirgslandschaft eine starke, fast physisch fühlbare Präsenz, die beim Betrachter den Eindruck des Überwältigtseins hervorruft.

Joseph Anton Koch (1768 ‐ 1839)

Leben und Werk

Der aus Tirol stammende Joseph Anton Koch lebte seit 1795 in Rom und war dort das Haupt der deutschen Künstlerkolonie. Mit seiner Kunst war er Vorbild für eine ganze Generation deutscher Landschaftsmaler und wurde von vielen jungen Künstlern bewundert und nachgeahmt. Seine Landschaften zielen auf die Wirkung des Erhabenen, Heroischen und heben sich dadurch von der vornehmlich gepflegten Tradition der Vedutenmalerei ab. Für Koch wie für viele andere Künstler galt Rom als Hauptstadt der Kunst und besaß mit den Überresten der Antike und den Meisterwerken der Renaissance eine ungebrochene Anziehungskraft. Vor allem jedoch bot die Stadt den Künstlern Zugang zu einer internationalen, häufig vermögenden Klientel aus Pilgern und Kunsttouristen. Die zunehmende Autonomie der Künstler machte sie von einem freien Kunstmarkt abhängig. Einen solchen fanden sie in Rom vor und dort konnten sie hoffen, ihren Lebensunterhalt durch ihre Kunst bestreiten zu können.

Joseph Anton Koch

Heroische Landschaft mit Regenbogen, 1812

Öl auf Leinwand, 188,4 x 170,1 cm
1850 durch König Ludwig I. aus dem Besitz der Münchner Kunstakademie erworben
Inv. Nr. WAF 447

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Joseph Anton Koch

Winzerfest bei Olevano, 1812

Öl auf Eichenholz, 46,7 x 58,3 cm
1847 durch König Ludwig I. aus dem Nachlass Robert von Langers erworben
Inv. Nr. WAF 448

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Joseph Anton Koch

Landschaft bei Olevano mit reitendem Mönch, um 1830

Öl auf Leinwand, 49,7 x 61,0 cm
1935 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 10026

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Joseph Anton Koch

Heroische Landschaft mit dem hl. Georg, 1807

Öl auf Leinwand, 101,0 x 133,7 cm
1808 durch König Max I. Joseph vom Künstler erworben
Inv. Nr. 4907

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Joseph Anton Koch

Ziegelhütte bei Olevano, um 1830

Öl auf Leinwand, 46,4 x 58,2 cm
Vor 1866 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11464

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