Stürmischer Abend (M+)

Johann Wilhelm Schirmer

Stürmischer Abend, um 1860

Öl auf Leinwand, 37,9 x 60,6 cm
1919 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9006

Details   

Stürmischer Abend

Das Gemälde "Stürmischer Abend" stellt die Landschaft der römischen Campagna während eines aufziehenden Unwetters dar. Es zeigt sich Schirmers unmittelbarer Zugang zur Landschaft und seine Fähigkeit, Eindrücke und Stimmungen im Bild festzuhalten. Staffagefiguren, wie sie für die heroische Landschaftsmalerei kennzeichnend sind, fehlen. Doch führt Schirmer durch die dramatische Schilderung der drohenden Naturgewalt gleichfalls ein überhöhendes und beeindruckendes Element in das Bild ein. Er entfernt sich damit vom Vorbild der intimen Landschaft der französischen Malerei und folgt der Richtung der deutschen spätromantischen Landschaftsmalerei, die das Momenthafte und Temporäre stärker betont.

Johann Wilhelm Schirmer (1807 ‐ 1863)

Leben und Werk

Johann Wilhelm Schirmer war an der Düsseldorfer Akademie Schüler des nazarenisch geprägten Direktors Wilhelm von Schadow. Er wandte sich jedoch bald von der Historienmalerei ab und verlegte sich auf die Landschaftsmalerei. Vor der Natur entstandene Studien zeigen, dass er den Sinneseindruck treffend und unmittelbar wiederzugeben verstand. Schirmer hielt sich diesen direkten Zugang zur Landschaft, den er in der Auseinandersetzung mit dem "paysage intime" der Schule von Barbizon weiterentwickelte, immer offen. In seinen großen Kompositionen folgte er dem heroisch-idealisierenden Typus der Landschaftsdarstellung, die er sich durch das Studium der klassischen Malerei von Nicolas Poussin und Claude Lorrain angeeignet hatte. Als Lehrer des Landschaftsfaches an der Düsseldorfer Akademie prägte er eine ganze Generation jüngerer deutscher Maler. Zum Kreis seiner Schüler gehörten neben anderen Arnold Böcklin, Anselm Feuerbach und Hans Thoma.