Satan und Tod, von der Sünde getrennt (M+)

Johann Heinrich Füssli

Satan und Tod, von der Sünde getrennt, 1792/1802

Öl auf Leinwand, 91,3 x 71,1 cm
1928 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9494

Details   

Satan und Tod, von der Sünde getrennt

Das Bild zeigt eine Begebenheit aus dem zweiten Buch von John Miltons »Paradise Lost« (1667). Nachdem Satan im Kampf gegen Gott unterlegen war, beschließt er, ihn erneut herauszufordern. Nun will er das Schöpfungswerk, das erste Menschenpaar im Paradies, in Versuchung führen. Am stets verschlossenen Höllentor stellen sich ihm zwei Wächter in den Weg, die Sünde, eine schönbeleibte Frau mit Schuppenschwanz, und der Tod, ein schattenhaftes Wesen. Er gerät in einen Kampf mit dem Tod. Doch der Sünde gelingt es, beide zu trennen. Satan verspricht beiden reiche Beute auf der Erde, woraufhin ihm das Tor geöffnet wird und sie nach dem Sündenfall ihre Macht entfalten.
Das Gemälde ist eine Version aus der großformatigen Milton-Galerie, die ehemals vierzig Bilder umfasste. Füssli stellte sie 1799 in London aus. Wie Milton charakterisierte auch Füssli den Höllenfürsten als heldische Mannesgestalt in glanzvoller Erscheinung. Die Begebenheit wird in typischer Weise mit leidenschaftlich bewegten athletischen Figuren erzählt. Das Schildern innerer Kämpfe, häufig in Anlehnung an literarische Vorbilder, ist ein häufiges Motiv im Werk des Schweizer Malers. Ähnliche Motive begegnen zur selben Zeit auch bei William Blake oder Francisco de Goya. Das Unheimliche wie das moralische Problem der Freiheit beschäftigten die Künstler und Schriftsteller der Romantik.

Johann Heinrich Füssli (1741 ‐ 1825)

Leben und Werk

Geboren am 6. Februar 1741 in Zürich, gestorben am 16. April 1825 in Putney Hill bei London. Zur Theologie bestimmt, verließ der Sohn eines Malers aus politischen Gründen 1763 Zürich, reiste ein Jahr durch Deutschland, bevor er sich 1764 auf Anraten Johann Jakob Bodmers in London niederließ. Joshua Reynolds ermutigte Füssli zur Malerei. 1769 ging er nach Italien, wo er mit Johann Joachim Winckelmann, Anton Raphael Mengs und Jacques-Louis David bekannt wurde. 1780 zurück in London, freundete er sich 1787 mit William Blake an. 1790 wurde er Mitglied der Royal Academy, 1801 dort Professor und 1804 Vorstand. Neben Blake gilt Füssli heute als wichtiger Vertreter der Frühromantik. Mit den Dichtungen Homers, Dantes, Shakespeares und Miltons vertraut und empfänglich für alles Phantastische, wurde Füssli als Maler und Illustrator literarischer Stoffe bekannt.