Blick von der Villa Malta auf Sankt Peter (M+)

Johann Georg von Dillis

Blick von der Villa Malta auf Sankt Peter, 1818

Öl auf Papier, auf Leinwand geklebt, 28,2 x 43,1 cm
1869 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11468

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Blick von der Villa Malta auf Sankt Peter

Mit dem Blick auf Sankt Peter findet die Folge ihren Abschluss. An die Stelle einer Balance zwischen topographischer Anschaulichkeit und malerischer Lichtwiedergabe tritt hier das Interesse an der Darstellung von hellem, gelb-goldenem Licht. Ein vierter Blick nach Nordosten über den Garten der Villa und mit dem Soracte im Hintergrund ist als lavierte Kreidezeichnung im Dillis-Nachlass erhalten, wurde aber nicht als Ölstudie ausgeführt.

Dillis' Ölstudien nehmen im Kontext der Rom-Ansichten deutscher Künstler eine Sonderstellung ein. In ihrer Konzentration auf die Wiedergabe des Dialogs flüchtiger Elemente mit der Topographie der Stadt sind sie mit zeitgleichen französischen Entwicklungen im Bereich der Freilichtmalerei vergleichbar. Sie markieren damit eine Extrempositionen in der Auseinandersetzung mit der Stadt auf der Achse zwischen offizieller Repräsentation und privater, künstlerischer Praxis. Die Stabilisierung des Bekannten und die Hinwendung zum Flüchtigen, Gegenwärtigen beschreiben zwei Umgangsweisen mit der Ewigen Stadt in der Goethezeit.

Johann Georg von Dillis (1759 ‐ 1841)

Leben und Werk

Georg von Dillis hat nicht nur als einfühlsamer Porträtist der bayerischen Landschaft Bedeutung erlangt, sondern vor allem durch seine Tätigkeit als Inspektor der Münchner Hofgartengalerie und Direktor der Zentralgemäldegalerie unter den Königen Max I. Joseph und Ludwig I. Während der Amtszeit Dillis' wurden die von Napoleon geraubten Kunstschätze zurückgeführt, die Düsseldorfer, Mannheimer und Zweibrücker Galerien mit den Münchner Beständen der kurfürstlichen Galerie vereinigt, die Erwerbungen aus dem Säkularisationsgut integriert und nicht zuletzt die neu errichtete Alte Pinakothek eingerichtet. Wichtige Ankäufe wurden von Dillis begleitet, so die Erwerbung der Sammlungen Boisserée und Wallerstein mit bedeutenden Werken der spätmittelalterlichen Malerei durch Ludwig I. Als Kunstagent und Sammlungsdirektor nahm er maßgeblichen Einfluss auf Neuordnung und weitere Entwicklung der Bestände. Auch als Künstler leistete Dillis, der eigentlich Theologie und Philosophie studiert hatte, Bedeutendes. Bereits in den Jahren um 1800 malte er zu privaten Zwecken Ölskizzen und Aquarelle vor der Natur und nahm so wichtige Entwicklungen des 19. Jahrhunderts vorweg. Während seine frühen Gemälde, vor allem italienische Landschaften, noch spätbarocken Kompositionsschemata verhaftet sind, löste er sich später immer mehr von den Vorgaben idealistischer Theorie und schuf charakteristische, der Wirklichkeit verpflichtete Landschaftsporträts.

Johann Georg von Dillis

Tivoli, um 1830/32

Öl auf Papier, auf Pappe geklebt, 36,4 x 51,5 cm
1925 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9321

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Johann Georg von Dillis

Grottaferrata bei Rom, um 1796/97

Öl auf Eichenholz, 33,4 x 45,4 cm
1841 durch König Ludwig I. aus der Sammlung Klenze erworben
Inv. Nr. WAF 211

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Johann Georg von Dillis

Blick von der Villa Malta auf den Quirinal, 1818

Öl auf Papier, auf Leinwand geklebt, 30,7 x 43,5 cm
1869 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11469

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Johann Georg von Dillis

Blick von der Villa Malta auf das Kapitol, 1818

Öl auf Papier, auf Leinwand geklebt, 29,3 x 43,4 cm
1869 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11470

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