Familienbildnis (M+)

Johann Georg Edlinger

Familienbildnis, um 1800

Öl auf Eichenholz, 94,4 x 109,5 cm
1936 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 10082

Details   

Familienbildnis

Johann Georg Edlinger (1741 ‐ 1819)

Leben und Werk

Geboren am 1. März 1741 in Graz, gestorben am 15. September 1819 in München. Edlinger begannn als Gehilfe eines Kirchenmalers und als Miniaturist in Graz und kam nach mehrjähriger Wanderschaft durch Österreich-Ungarn 1765 nach Wien, wo er bis 1770 bei einem Maler Tachmayer arbeitete. Danach lernte er in München an der neu gegründeten Zeichenschule unter F.I. Oefele. Sein im Stil des späten G. Desmarées gehaltenes Bildnis der Kurfürstin Augusta, Gemahlin Carl Theodors, bewirkte seine Ernennung zum Hofmaler 1781, was ihm gleichwohl genügend Freiheit ließ, auf Reisen nach Augsburg und Mannheim private Aufträge auszuführen. Seine den realistischen Tendenzen der Sturm- und Drang-Zeit folgende Porträtauffassung, die ihm von Seiten L. Westenrieders das Lob des "unstreitig besten Porträtmalers in Deutschland" eintrug, hielt dem sich wandelnden klassizistischen idealen Zeitgeschmack jedoch nicht lange Stand, so dass er mit sechs Kindern gesegnet, gegen Ende seines Lebens in große Not geriet. Verglichen mit anderen zeitgenössischen Bildnismalern Münchens, ist er nach heutiger Auffassung fraglos als der eigenwilligste Vertreter seines Fachs im bayerischen Raum aufzufassen.