Blick von der Villa Malta in Rom nach Westen (M+)

Johann Christian Reinhart

Blick von der Villa Malta in Rom nach Westen, 1835

Tempera auf Leinwand, 167,0 x 266,5 cm
1835 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 813

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Blick von der Villa Malta in Rom nach Westen

Der Blick nach Westen führt eindrucksvoll die Lage der Villa Malta auf dem Pincio oberhalb der Spanischen Treppe in ihrer Sichtachsenbeziehung zum Vatikan vor Augen. Der Vordergrund wird von einer besonnten Dachlandschaft eingenommen, die rechts vom Langhaus und der Doppelturmfassade der Kirche Santissima Trinità dei Monti abgeschlossen wird. Aus der Topographie der Stadt ragen in einer Achse die Fassade von San Carlo al Corso, der Rundbau der Engelsburg und die Schaufassade von Sankt Peter heraus.

Ursprünglich sollten die Temperagemälde als Illusion von Fensterausblicken in einem eigens dafür konzipierten Raum mit Oberlicht im Königsbau der Münchner Residenz aufgestellt werden. Dieser Plan wurde jedoch nicht verwirklicht.

Johann Christian Reinhart (1761 ‐ 1847)

Leben und Werk

Johann Christian Reinhart, der seit 1789 in Rom lebte, gehört neben Joseph Anton Koch zu den Begründern der deutsch-römischen Landschaftsmalerei des Klassizismus. Ihre Kunst unterschied sich durch ein neues Naturverständnis von der vorher vornehmlich praktizierten Vedutenmalerei. In der Auseinandersetzung mit den klassischen, idealen Landschaften von Claude Lorrain und Nicolas Poussin auf der einen sowie mit der holländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts auf der anderen Seite entwickelten sie einen neuen, empfindsameren Zugang zur Landschaft. Während diese Tendenz zum Gefühlvollen bereits frühromantische Züge besitzt, ist die Art und Weise des Farbauftrages im Sinne des Klassizismus akribisch und detailgetreu, kleinteilig strukturiert und verrät immer die Vorarbeit in der Zeichnung. Reinharts Landschaften sind zu idealen Szenerien gestaltet. Erst die stimmungsvolle Charakterisierung bewirkt in Reinharts Verständnis die Erhebung eines Landschaftsgemäldes zur Kunst. Die arkadische Stimmung in seinen Bildern rührt von einer warmen, tonigen Farbgebung und der sensiblen Einbettung des Menschen in die Natur her. Reinharts Kompositionen folgen dabei den Mustern der klassischen Landschaftsmalerei: Der Blick auf die Szenerie wird seitlich durch aufragende Baumgruppen gerahmt, und durch farblich differenzierte, in die Tiefe gestaffelte Bildebenen wird räumliche Wirkung erzeugt.

Johann Christian Reinhart

Baumgruppe mit Kühen an der Tränke, 1836

Öl auf Leinwand, 70,5 x 98,0 cm
1838 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 818

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Johann Christian Reinhart

Blick von der Villa Malta in Rom nach Norden, 1829/31

Tempera auf Leinwand, 166,5 x 267,4 cm
1835 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 814

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Johann Christian Reinhart

Blick von der Villa Malta in Rom nach Osten, 1831

Tempera auf Leinwand, 166,9 x 266,5 cm
1835 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 812

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Johann Christian Reinhart

Die Erfindung des korinthischen Kapitells durch Kallimachos, 1846

Öl auf Leinwand, 95,8 x 135,0 cm
1846 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 815

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Johann Christian Reinhart

Landschaft mit Hirt und Ziegen, 1824

Öl auf Leinwand, 46,0 x 59,8 cm
1841 durch König Ludwig I. aus der Sammlung Klenze erworben
Inv. Nr. WAF 817

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Johann Christian Reinhart

Gewitterlandschaft mit Gebirgssee und Wasserfall, 1831

Öl auf Leinwand, 49,0 x 66,8 cm
1832 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 816

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Johann Christian Reinhart

Blick von der Villa Malta in Rom nach Süden, 1834

Tempera auf Leinwand, 166,5 x 267,0 cm
1835 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Inv. Nr. WAF 811

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