Viehweide mit schlafender Hirtin (M+)

Jan Siberechts

Viehweide mit schlafender Hirtin, nach 1650

Leinwand, 107,3 x 84 cm
Aus der Zweibrücker Galerie
Inv. Nr. 2165

Details   

Viehweide mit schlafender Hirtin

Für Jan Siberechts typisch sind die großen, in eine arkadisch-ländliche Natur eingebetteten Figuren. Hier vermittelt deren natürliche, ungezwungene Haltung die verträumte Stimmung eines warmen Sommertages. Die Hirtin schläft mit dem Arm im Nacken und das Mädchen mit bequem angezogenen Beinen auf der Seite. Kennzeichnend für Siberechts ist die differenzierte Beleuchtung mit präzise gesetzten Glanzlichtern, die die Messingkrüge schimmern lassen und den Eindruck tanzender Sonnenreflexe auf der Wiese hervorrufen.

Jan Siberechts (1627 ‐ 1703)

Leben und Werk

Jan Siberechts, Sohn des gleichnamigen Bildhauers, wurde 1627 in Antwerpen geboren. Nach seiner Lehrzeit bei dem Mechelner Porträtmaler Adriaen de Bie wurde er 1648/49 in die Lukasgilde aufgenommen. Auf Einladung des Duke of Buckingham ging er 1672/73 nach England. Sein Frühwerk zeigt Einflüsse der Italianisanten; kennzeichnend für ihn sind aber die pastoralen Landschaften, die das ländliche Leben in Flandern widerspiegeln und häufig Hirten oder Bauern im Vordergrund zeigen. In England malte er für seine aristokratischen Auftraggeber bevorzugt deren Landsitze. 1703 starb Siberechts in London.