Der Satyr beim Bauern (M+)

Der Satyr beim Bauern

Das Thema geht auf eine Fabel des Aesop zurück, Jordaens hat es mehrfach gemalt. Der Satyr besucht den Bauern und ist zutiefst irritiert, dass dieser durch Blasen zunächst seine Hände wärmt und auf gleiche Weise sein Essen kühlt. Fluchtartig verlässt er das Haus. - Da diese Geschichte eine moralische Botschaft vermitteln soll - sie warnt vor der Doppelzüngigkeit der Menschen - wirkt das Naturwesen eher lehrerhaft als erschreckt.

Jacob Jordaens (1593 ‐ 1678)

Leben und Werk

Flämischer Maler. Geboren 1593 in Antwerpen; 1607 wurde er Schüler von Adam van Noort, 1615 als Meister in die Liste der Antwerpener Lukasgilde eingeschrieben. Er heiratete ein Jahr später die älteste Tochter seines Lehrers. 1621 wurde er Dekan der Gilde. 1634 erhielt er vom Magistrat der Stadt Antwerpen den Auftrag, an der Festdekoration zum Einzug des Kardinalinfanten Ferdinand, deren Gesamtleitung Rubens innehatte, mitzuwirken (Jordaens arbeitete mit Cornelis de Vos am Triumphbogen). Zwischen 1637 und 1638 führte er nach Ölskiz-zen von Rubens große Leinwandbilder für das Jagdschloß "Torre de la Parada" bei Madrid aus, 1651 erhielt er den Auftrag für den "Triumph des Prinzen Friedrich-Heinrich von Nassau" im Oranjezaal des Huis ten Bosch in Den Haag. Nach dem Tod von Rubens (1640) und Van Dyck (1641) hatte Jordaens zahlreiche große Aufgaben für weltliche und kirchliche Auftraggeber (Geschichte der Psyche, Kartons für Tapisserien etc., Altarblätter für zahlreiche Kirchen, nicht nur in Antwerpen) auszuführen. Gestorben 1678 in Antwerpen.