Mrs John Campbell of Kilberry (M+)

Henry Raeburn

Mrs John Campbell of Kilberry, um 1802

Öl auf Leinwand, 126 x 100 cm
1981 mit Mitteln der Ernst von Siemens Kunststiftung aus Anlass der Eröffnung der Neuen Pinakothek aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 14730

Details   

Mrs John Campbell of Kilberry

Mrs. Campbell, geb. Margaret Rankine, war die Tochter von William Rankine of Dudhope. Sie heiratete 1802 John Campbell of Knockbury and Kilberry (1760–1838). Da Raeburn auch diesen porträtiert hat (das Bild ist verschollen), kann man davon ausgehen, dass es sich um Gegenstücke gehandelt hat, die entweder anlässlich der Eheschließung des Paares oder wenig später entstanden sind. 1798 hatte Raeburn ein neues Atelier mit Galerie in York Place, Edinburgh, bezogen, wo er bis zu seinem Tod arbeitete.
Sir John Carr, der 1807 eine Schottlandreise unternommen hatte, weist auf Raeburns besonders einfühlsame Damenporträts hin. Er sieht darin auch das trotz bescheidener Zurückhaltung so natürlich wirkende Wesen charakterisiert, das die Schottin allgemein auszeichnet. Über die künstlerische Herkunft Raeburns von Joshua Reynolds hinaus ist in dem Porträt der Mrs. Campbell eine Verwandtschaft mit Thomas Lawrence festzustellen.

Henry Raeburn (1756 ‐ 1823)

Leben und Werk

Geboren am 4. März 1756 in Stockbridge (Edinburgh), gestorben am 8. Juli 1823 in Edinburgh. Nach einer frühen Goldschmiedelehre verlegte sich Raeburn, der weitgehend autodidaktisch zur Malerei gefunden hatte, auf das Porträtfach. Neben Studienaufenthalten in London ging er mit Empfehlungen Joshua Reynolds¿ von 1785 bis 1787 nach Rom. 1812 wurde er Präsident der Society of Artists in Edinburgh und 1815 Vollmitglied der Royal Academy in London, wo er seit 1792 ausstellte. Raeburn, der schon zu Lebzeiten als »schottischer Reynolds« gerühmt wurde, zählte die einflussreichsten Persönlichkeiten der Gesellschaft zu seinen Auftraggebern.