Die drei Reiter II: Hl. Georg (M+)

Hans von Marées

Die drei Reiter II: Hl. Georg, um 1885

Öl und Tempera auf Leinwand, 183,3 x 117,2 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7856

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Die drei Reiter II: Hl. Georg

Bei diesem Triptychon handelt es sich um eines der bedeutendsten Werke der neueren christlichen Malerei, indem das Religiöse ganz aus einer tief verstandenen und empfundenen Natur (Menschen- und Landschaftsnatur) wirkt. Die drei Ritterheiligen verkörpern – für den Künstler sehr bezeichnend – insgesamt eine hohe Gesinnung; in ihrer Art und ihren Rangstufen sind sie jedoch verschieden. Die Gemälde sind gleich groß und doch ist das mittlere nicht nur wegen dieser Stellung das Wichtigste der drei. Die Reiter links und rechts leiten zu ihm hin, und während an den Seiten der Hintergrund ziemlich dicht ist, öffnet sich das mittlere Bild in die Tiefe. Hier ist auch alles zarter als an den Seiten.
Höchst sinnvoll hat Marées bereits den Reitern und ihren Pferden einen je verschiedenen Charakter gegeben. Aber auch die Landschaft und die Farbigkeit sind äußerst differenzierend charakterisiert. Links Verschlossenheit und Abgestorbenheit einer Winterlandschaft. In langsamem Gang geht das schwere braune Pferd dahin. Sacht tritt der Bettler hervor und ruhig breitet der heilige Martin seinen Mantel aus. So erfüllt sich hier in aller Stille die Barmherzigkeit, die Marées nicht nur als brüderliche Tat gegenüber dem Nächsten, sondern – die tote Winterlandschaft lässt das erkennen – als Rettung des Lebens verstanden hat. Das Bild rechts ist kämpferisch und farbig. Das Pferd zeigt seine Energie im Aufbäumen, aber auch das scheckige Fell mit der weißen Brust trägt zu dem temperamentvollen Charakter bei.
Dazu der Reiter, der im leuchtend metallischen Blau seiner Rüstung als Kämpfer erscheint. Gegenüber dieser heftigen Entladung von Energie rechts und der gesammelten Kraft links stellt sich auf dem mittleren Bild alles in zarten Regungen dar. Das Pferd gehört der edelsten Rasse an; als einziges der drei blickt es wahrhaft, nimmt Anteil an dem, was seinem Herrn widerfährt. Auch die Natur ist lieblicher. Wir sehen den Heiligen am diesseitigen Ufer eines Wasserlaufes, der sich in mehreren Biegungen nach hinten hinzieht, niederkniend und demütig den Kopf neigend vor der Erscheinung, die ihm oben am jenseitigen Ufer offenbar wird.
Marées hat hier also drei Arten des Heiligen dargestellt, die zugleich drei Arten menschlichen Daseins sind. Es wäre jedoch falsch, das Göttliche beiseite zu lassen, denn der Künstler hat es ja ganz ausdrücklich zur Erscheinung gebracht. Dabei hat er die Dreiheit insofern gestuft, als das Mittelbild ein Geschehen höherer Art als die Seitenbilder zeigt, die in sich zusätzlich gestuft sein dürften. Der heilige Georg ist für den Künstler geradezu eine Leitfigur gewesen und wird deshalb dem heiligen Martin gegenüber als bedeutender gemeint sein. Auf der höchsten Stufe steht jedoch nicht Wollen, Tun und Kampf, sondern die Offenbarung des Göttlichen.

Hans von Marées (1837 ‐ 1887)

Leben und Werk

Geboren am 24. Dezember 1837 in Wuppertal-Elberfeld, gestorben am 5. Juni 1887 in Rom. Nach dem Studium an der Berliner Akademie von 1853 bis 1855 bei Karl Steffeck ging Marées 1857 nach München. 1864 reiste er nach Florenz und Rom, um im Auftrag von Adolf Friedrich Graf von Schack Kopien nach Werken Alter Meister anzufertigen. Nach dem Bruch mit Schack 1868 und einigen Jahren in Deutschland übersiedelte Marées 1873 erneut nach Italien. Zusammen mit dem befreundeten Adolf von Hildebrand übernahm er die Ausschmückung der Bibliothek der Zoologischen Station in Neapel. Seit 1874 wohnte Marées in dem zu einem Atelierhaus umgebauten ehemaligen Kloster S. Francesco di Paola bei Florenz mit Hildebrand zusammen. Als die Freundschaft 1875 zerbrach, ging er nach Rom. Außerhalb des damaligen Kunstbetriebs stehend, scheinen Marées' würdevoll-feierliche Kompositionen oft der Zeit entrückt. Seine geheimnisvollen Gestalten in ihrer von der Antike beeinflussten Figurenauffassung thematisieren allgemeine Bedingtheiten des menschlichen Daseins wie Liebe, Kampf und Tod.

Hans von Marées

Hesperiden, 1885 - 1887

Öl und Tempera auf Holz, 341 x 482 cm Gesamtmaß
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7854 a-f

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Hans von Marées

Singende Mädchen, um 1885

Pastellkreiden auf Leinwand, 100,4 x 67,6 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7870

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Hans von Marées

Rast der Diana, 1863

Öl auf Leinwand, 96,2 x 136,0 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7866

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Hans von Marées

Selbstbildnis, um 1870

Öl auf Leinwand, 72,0 x 54,8 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7867

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Hans von Marées

Selbstbildnis, um 1882/83

Öl auf Holz, 99,2 x 63,7 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7868

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Hans von Marées

Goldenes Zeitalter II, 1880

Öl und Tempera auf Holz, 189,0 x 149,5 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7861

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Hans von Marées

Die Entführung des Ganymed, 1887

Öl auf Leinwand, 99,7 x 81,0 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7865

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Hans von Marées

Adolf Hildebrand, um 1868

Öl und Tempera auf Leinwand, 49,0 x 37,6 cm
1964 als Schenkung aus Privatbesitz erworben (vormals: L 92)
Inv. Nr. 13407

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Hans von Marées

Goldenes Zeitalter I, 1880

Öl und Tempera auf Holz, 189,5 x 145,0 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7860

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Hans von Marées

Die Werbung ("Das Liebespaar", "Die Hochzeit", "Narziss"), um 1885

Öl und Tempera auf Leinwand (Flügel), auf Laubholz (Mitteltafel), 184 x 61,3 cm linker Flügel (a)
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7855 a-c

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Hans von Marées

Lob der Bescheidenheit, 1884

Öl auf Holz, 113,5 x 115,0 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7859

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Hans von Marées

Römische Landschaft I, 1868

Mischtechnik auf Leinwand, 152,8 x 109,8 cm
1891 als Schenkung von Hermann Levi erworben
Inv. Nr. 7873

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Hans von Marées

Die drei Reiter II: Hl. Martin, um 1885

Öl und Tempera auf Leinwand, 183,2 x 117,2 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7857

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Hans von Marées

Die drei Reiter II: Hl. Hubertus, um 1885

Öl und Tempera auf Leinwand, 182,7 x 117,7 cm
1891 als Schenkung von Conrad Fiedler erworben
Inv. Nr. 7858

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Hans von Marées

Doppelbildnis Marées und Lenbach, 1863

Öl auf Leinwand, 54,3 x 62,0 cm
1892 als Schenkung aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 7874

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Hans von Marées

Die Schwemme, 1864

Öl auf Leinwand, 64,8 x 96,3 cm
1864 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11515

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Hans von Marées

Reiterbildnis König Philipps IV. (nach Velázquez), 1865

Öl auf Leinwand, 126,5 x 91,5 cm
1865 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11508

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Hans von Marées

Anbetung der Hirten (nach Tizian), 1865

Öl auf Leinwand, 95,3 x 114,2 cm
1865 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11447

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Hans von Marées

Bildnis einer Frau mit Schleier (nach Raffael), 1865

Öl auf Leinwand, 83,4 x 60,5 cm
1865 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11448

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Hans von Marées

Madonna mit dem heiligen Petrus und einem Stifter (nach Palma Vecchio), 1865

Öl auf Leinwand, 83,3 x 108,0 cm
1865 durch Adolf Friedrich Graf von Schack erworben
Inv. Nr. 11449

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