Taunuslandschaft (M+)

Hans Thoma

Taunuslandschaft, 1890

Öl auf Leinwand, 113,8 x 88,8 cm
1891 auf der Kunstausstellung der Münchner Secession vom Künstler erworben
Inv. Nr. 7834

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Taunuslandschaft

Das Gemälde vereinigt alle wesentlichen Kennzeichen von Thomas späterem Stil. Nachlebende Romantik bestimmt den Bildinhalt: Ein junger Mann liegt im Gras und lässt träumend seine Blicke über das weithin sich dehnende Taunustal zu fernen Höhenzügen schweifen. Doch diese späte Romantik bleibt durchaus diesseitig. Die Natur wird allein in ihrem Stimmungsgehalt erfasst; der Mensch fühlt sich heimisch und wohl in ihr. Die Malweise ist stellenweise so dünn lasierend, dass die Struktur der Leinwand sichtbar bleibt und die Bildwirkung mitbestimmt. Daneben zeigt das Bild pastos mit dem Spachtel aufgetragene Partien, die noch an Thomas Auseinandersetzung mit der Technik Gustave Courbets erinnern. Für die Figur des rastenden Wanderers bediente sich Thoma einer Zeichnung von 1861, die bereits
für das 1888 entstandene Bild »Die Rast« verwendet worden war und 1891 auch noch als Graphik wiederkehrt. Auch die Landschaft allein, ohne den Wanderer, existiert als späte Radierung.

Hans Thoma (1839 ‐ 1924)

Leben und Werk

Geboren am 2. Oktober 1839 in Bernau im Schwarzwald, gestorben am 7. November 1924 in Karlsruhe. Nach einer Lehre als Lithograph war Thoma zunächst als Dekorationsmaler tätig. 1859 ging er an die Kunstschule in Karlsruhe, wo er besonders durch Hans Canon beeinflusst wurde. Seit 1866 in Düsseldorf, beeindruckten ihn 1868 auf seiner Parisreise zusammen mit Otto Scholderer vor allem Gustave Courbet und die Pleinairmaler von Barbizon. 1870 trat Thoma in München mit dem Kreis um Wilhelm Leibl in Verbindung. 1874 reiste er nach Italien und begegnete in Rom Hans von Marées und Adolf von Hildebrand. Von 1876 bis 1899 lebte Thoma in Frankfurt a. M.; 1899 wurde er zum Professor der Akademie und zum Leiter des Museums in Karlsruhe ernannt. Thematisch zwischen volkstümlicher Gemüthaftigkeit und gravitätischer Feierlichkeit changierend, gehört Thoma neben Wilhelm Leibl zu den begabtesten deutschen Malern in der Nachfolge Courbets.

Hans Thoma

Erinnerung an Orte, 1887

Öl auf Pappe, 52,0 x 71,5 cm
1925 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 9268

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Hans Thoma

Mainlandschaft, 1875

Öl auf Leinwand, 85,4 x 124,3 cm
1916 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 8878

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