Erinnerung an Orte (M+)

Hans Thoma

Taunuslandschaft, 1890

Öl auf Leinwand, 113,8 x 88,8 cm
1891 auf der Kunstausstellung der Münchner Secession vom Künstler erworben
Inv. Nr. 7834

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Erinnerung an Orte

Das Gemälde basiert auf einer unmittelbar nach Thomas Italienreise 1874 entstandenen Ölskizze. Außer im Münchner Bild hat er die »Erinnerung an Orte« auch noch in einem Aquarell aus dem gleichen Jahr 1887 festgehalten (Stuttgart, Staatsgalerie). In seinem Erinnerungsbuch »Im Herbst des Lebens « (München 1909, S. 63) schreibt er: »Auf dem Rückweg [von Rom am 16. Mai 1874] nach Orte [Stadt in Umbrien zwischen Siena und Rom] benutzten wir [Thoma, der Maler Emil Lugo und Fräulein Kappier] die Post. Dieselbe war von berittenen Karabinieren begleitet, ein Zeichen, daß der ziemlich lange Eichenwald [bei Bagnaia] doch nicht für so ganz harmlos galt; – somit habe ich auf der Reise auch ein bißchen Brigantengruseln gehabt« – eine Stimmung, die in der temperamentvolleren Stuttgarter Fassung noch deutlicher zum Ausdruck kommt als in dem ruhigeren, transparent gemalten Münchner Gemälde.

Hans Thoma (1839 ‐ 1924)

Leben und Werk

Geboren am 2. Oktober 1839 in Bernau im Schwarzwald, gestorben am 7. November 1924 in Karlsruhe. Nach einer Lehre als Lithograph war Thoma zunächst als Dekorationsmaler tätig. 1859 ging er an die Kunstschule in Karlsruhe, wo er besonders durch Hans Canon beeinflusst wurde. Seit 1866 in Düsseldorf, beeindruckten ihn 1868 auf seiner Parisreise zusammen mit Otto Scholderer vor allem Gustave Courbet und die Pleinairmaler von Barbizon. 1870 trat Thoma in München mit dem Kreis um Wilhelm Leibl in Verbindung. 1874 reiste er nach Italien und begegnete in Rom Hans von Marées und Adolf von Hildebrand. Von 1876 bis 1899 lebte Thoma in Frankfurt a. M.; 1899 wurde er zum Professor der Akademie und zum Leiter des Museums in Karlsruhe ernannt. Thematisch zwischen volkstümlicher Gemüthaftigkeit und gravitätischer Feierlichkeit changierend, gehört Thoma neben Wilhelm Leibl zu den begabtesten deutschen Malern in der Nachfolge Courbets.

Hans Thoma

Mainlandschaft, 1875

Öl auf Leinwand, 85,4 x 124,3 cm
1916 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 8878

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