Apfelstillleben (M+)

Gustave Courbet

Apfelstillleben, 1871

Öl auf Leinwand, 50,4 x 63,4 cm
1911 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8623

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Apfelstillleben

Das von dem Sammler Marczell von Nemes an Hugo von Tschudi geschenkte Apfelstillleben gehört zu den etwa vierzig Bildern, die Gustave Courbet während seines Aufenthaltes im Gefängnis von Sainte-Pélagie und in der Klinik des Dr. Duval in Neuilly gemalt hat. Man hatte den zeit seines Lebens politisch aktiven Künstler nach seiner Beteiligung am Aufstand der Pariser Kommune 1871 und der Zerstörung der Vendôme-Säule zu sechs Monaten Gefängnis in Sainte-Pélagie verurteilt und ihn dort wie einen gewöhnlichen Verbrecher behandelt. Jedoch wurde das zunächst verhängte Malverbot nach und nach gelockert, sodass Courbet Obst oder Blumen, die ihm von Besuchern mitgebracht wurden, als Sujets wählte. Die Schwester des Künstlers berichtete von dem zunehmenden Interesse Courbets an den zwangsweise vorgegebenen Motiven: »Gustave peint des fleurs et des fruits. (…)
Gustave est enthousiasmé de ses tableaux de fruits en grand nombres.« Und tatsächlich muss das Münchner Stillleben zu den besten Werken dieser Zeit gezählt werden.

Gustave Courbet (1819 ‐ 1877)

Leben und Werk

Geboren am 10. Juni 1819 in Ornans (Doubs), gestorben am 31. Dezember 1877 in La Tour-de-Peilz bei Vevey (Schweiz). Seit 1839 in Paris lebend, bildete sich Courbet weitgehend autodidaktisch durch Studien nach der Natur und nach Werken Alter Meister wie Diego Velázquez, Rembrandt, Frans Hals, Caravaggio und José Ribera, die er im Louvre sah. 1844 debütierte er im Salon. Nachdem die Jury für die Weltausstellung 1855 die Teilnahme Courbets abgelehnt hatte, reagierte er mit einer eigenen Ausstellung von 40 Werken unter dem Titel »Le réalisme«. 1851 hielt sich Courbet erstmals in München auf, doch wurde Frankfurt a. M. der wichtigste Ort der deutschen Courbet-Rezeption. Auf große Resonanz stieß seine Teilnahme an der Internationalen Ausstellung 1869 im Münchner Glaspalast. Unter Napoleon III. politisch verfolgt, emigrierte der Realist Courbet 1873 in die Schweiz.

Gustave Courbet

Durchgehendes Pferd, 1861

Öl auf Leinwand, 193,0 x 228,0 cm
1912 als Schenkung von Paul Durand-Ruel im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8651

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Gustave Courbet

Bildnis einer Dame, um 1855

Öl auf Leinwand, 55,5 x 46,2 cm
1911 im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8622

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Gustave Courbet

Der Politiker Emile Ollivier, um 1860

Öl auf Leinwand, 50,3 x 40,1 cm
1912 als Schenkung von Eduard Arnhold und Robert von Mendelssohn im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8650

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Gustave Courbet

Landschaft bei Maizières, 1865

Öl auf Leinwand, 50,0 x 65,0 cm
1912 als Schenkung von Eduard Arnhold und Robert von Mendelssohn im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Inv. Nr. 8649

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Gustave Courbet

Sommerlandschaft, um 1850/55

Öl auf Leinwand, 28,6 x 36,8 cm
1906 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8403

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