Im Moor (M+)

Fritz Overbeck

Im Moor, um 1897

Öl auf Leinwand, 156,0 x 200,0 cm
1904 auf der Kunstausstellung der Münchner Secession erworben
Inv. Nr. 8335

Details   

Im Moor

Overbeck hatte sich im Jahr 1894 in Worpswede niedergelassen. Mit der Künstlergemeinschaft um Fritz Mackensen, Otto Modersohn und Heinrich Vogeler beteiligte er sich 1895 an der ersten erfolgreichen Ausstellung der »Künstler-Vereinigung Worpswede« im Münchner Glaspalast. Sein Bild »Im Moor« entstand um 1897 und wurde im selben Jahr in Dresden unter dem Titel »Im Vorfrühling« gezeigt. Ein von Wasserlachen durchsetzter Moorweg führt an den Horizont, wo vereinzelte Birken in den bewölkten Himmel ragen. Der festliche Farbklang vom Orange des Grases zum leuchtenden Blau des Himmels und dem strahlenden Weiß der ziehenden Wolken geht aber über eine schlichte Naturstudie weit hinaus. Dass Overbeck in seinen durch starke Farbgegensätze geprägten Landschaftsbildern keine realistische Schilderung, sondern eine idealisierte Durchdringung der Landschaft um Worpswede anstrebte, macht die euphorische Beschreibung durch den Künstler selbst deutlich: »Dunkle Eichenkämpe, die in ihrem Schatten spärliche Gehöfte der Bauern bergen, unterbrechen hin und wieder die Monotonie der großen Ebene. (…) Darüber spannt sich der Himmel aus, der Worpsweder Himmel, den zu schildern die Feder verzweifeln muß. (…) Was hülfen uns unsere Strohhütten, Birkenwege und Moorkanäle, wenn wir diesen Himmel nicht hätten, welcher alles, selbst das Unbedeutendste adelt, ihm einen unsagbar koloristischen Reiz verleiht, der Worpswede schließlich erst zu dem macht, was es ist.«

Fritz Overbeck (1869 ‐ 1909)

Leben und Werk

Geboren am 15. September 1869 in Bremen, gestorben am 9. Juni 1909 in Bröcken bei Vegesack. Schon während des Studiums an der Düsseldorfer Akademie von 1884 bis 1893 hatte Overbeck Kontakt zu Otto Modersohn in Worpswede aufgenommen, wo er selbst von 1894 bis 1905 lebte. Durch seine stilistische Eigenständigkeit entzieht sich Overbeck, der Mitglied der Berliner Secession wurde, der Tradition der Düsseldorfer Schule. Seine oft durch starke Farbgegensätze geprägten weiträumigen Landschaftsbilder, die seit 1895 weitgehend auf Staffage verzichten, unterliegen vielfachen Stilschwankungen.