Die gerupfte Pute (M+)

Francisco José de Goya y Lucientes

Die gerupfte Pute, 1808/1812

Öl auf Leinwand, 44,8 x 62,4 cm
1909 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 8575

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Die gerupfte Pute

Das lange im Besitz der Familie Goya verbliebene Bild gehört zu der berühmten Serie der ursprünglich zehn Küchenstücke Goyas, einer aus der spanischen Tradition entwickelten Bildgattung. Anstelle des üblicherweise kunstvoll üppigen Arrangements beschränkt sich Goya auf wenige Gegenstände, die er anscheinend lapidar vorführt und sie dabei in ihrer höchst konzentrierten Vereinzelung so kalkuliert komponiert, dass der grundsätzliche Aussagegehalt der geschundenen und geschlachteten Kreatur sogleich sinnfällig ins Auge springt.

Die Expressivität der Darstellung mit ihrer Umkehrung von oben nach unten, den zusammengebundenen Füßen, der geradezu schreienden Nacktheit wird für den Betrachter absichtsvoll gesteigert durch die Bratpfanne mit Heringen, die nicht so recht zu dem toten Geflügel passen wollen und uns so auf dieses Drama eines Stilllebens erst recht aufmerksam machen.

Selten kündigt sich in Bildern des frühen 19. Jahrhunderts die Moderne so eindringlich an wie hier. Zu der bislang schwankenden Datierungsfrage haben Gassier und Wilson vermutet, dass alle zehn Stillebenbilder Goyas mit denen identisch sind, die das Inventar von 1812 aufführt.

Francisco José de Goya y Lucientes (1746 ‐ 1828)

Leben und Werk

Geboren am 30. März 1746 in Fuendetodos bei Zaragoza, gestorben am 16. April 1828 in Bordeaux. Nach dem Studium 1760 bei José Luzan y Martínez in Zaragoza und Fray Manuel Bayeu y Subías in Madrid führte er zwischen 1771 und 1774 zunächst Fresken in verschiedenen spanischen Klöstern aus. Nach einer Italienreise 1770/71 zog Goya nach Madrid um und lieferte seit 1776 Entwürfe für die königliche Tapisseriemanufaktur. Seit 1780 Mitglied der Academia de S. Fernando wurde er 1795 deren Direktor. 1789 war er zum Hofmaler ernannt worden, 1799 wurde er zum Ersten Hofmaler befördert. Seit 1792 unter fortschreitender Taubheit leidend, emigrierte er 1824 nach Bordeaux. Während die Tapisseriekartons noch den Einfluss der venezianischen Kunst Giovanni Battista Tiepolos zu erkennen geben, folgt seine Bildnismalerei vor allem Diego Velázquez. Doch gelangt Goya bald zu einer neuen Porträtauffassung, in der die bis dahin übliche idealisierte äußere Erscheinung mit kritischem Blick in Frage gestellt wird. Goyas berühmte Bilderfolgen wie die "Désastres de la guerre", die Elend, Not und Krieg schildern, zeichnen sich durch besonderen Realismus, eine zunehmend düstere Phantastik und eine immer dunklere Farbigkeit aus. Diese Entwicklung geht mit einer Vereinfachung der malerischen Handschrift einher, wodurch Goya zu einem Vorläufer der Moderne wird.

Francisco José de Goya y Lucientes

Doña Maria Teresa da Vallabriga, 1783

Öl auf Leinwand, 151,2 x 97,8 cm
Dauerleihgabe der HypoVereinsbank, Member of UniCredit - 1966 durch die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank erworben
Inv. Nr. HUW 2

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Francisco José de Goya y Lucientes

Marquesa de Caballero, 1807

Öl auf Leinwand, 104,7 x 83,7 cm
Dauerleihgabe der HypoVereinsbank, Member of UniCredit - 1968 aus dem Kunsthandel durch die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank erworben
Inv. Nr. HUW 13

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Francisco José de Goya y Lucientes

Don José Queraltó als spanischer Armee-Arzt, 1802

Öl auf Leinwand, 101,5 x 76,1 cm
1925 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9334

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Francisco José de Goya y Lucientes

Die Landpartie, 1776/88

Öl auf Leinwand, 40,2 x 54,6 cm

Inv. Nr. HUW 23

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