I lock my door upon myself (M+)

Fernand Khnopff

I lock my door upon myself, 1891

Öl auf Leinwand, 72,7 x 141,0 cm
1893 auf der Münchner Jahresausstellung im Glaspalast vom Künstler erworben
Inv. Nr. 7921

Details   

I lock my door upon myself

Fernand Khnopffs meditative Bildvorwürfe sind vielfach der gleichzeitigen symbolistischen Literatur verpflichtet. Dieses zartfarbige, äußerst sensibel gemalte und durchaus irrational komponierte Bild (man beachte das "Bild im Bilde" rechts, das durch die Wand hindurch in eine Art Klosterhof blicken lässt) gründet sich auf das 1864 verfasste Gedicht "Who shall deliver me?" von der Schwester des präraffaelitischen englischen Malers Dante Gabriel Rossetti, Christina Georgina; die siebte Zeile dieses Gedichtes ist zum Bildtitel geworden. Im Entstehungsjahr des Bildes hatte Khnopff England besucht und Rossetti, Edward Burne Jones und George Frederick Watts kennen gelernt. Das Bild enthält zahlreiche Symbole: vorn die Lilien der Reinheit, links auf dem Tisch ein Pfeil - Symbol für Liebe oder Schmerz -, der Mohn als Hinweis auf den Schlaf usw. Der plastische Kopf rechts über dem sinnenden Mädchen gründet sich auf den antiken Hypnos-Kopf im British Museum in London, der auch in anderen Werken des Künstlers erscheint und einer 1897 entstandenen Elfenbeinmaske als Vorbild diente.

Fernand Khnopff (1858 ‐ 1921)

Leben und Werk

Geboren am 12. September 1858 auf Schloss Grembergen (Westflandern), gestorben am 12. November 1921 in Brüssel. Nach einem abgebrochenen Jurastudium widmete sich Khnopff der Malerei und besuchte die Brüsseler Kunstakademie. 1878/79 ging er zum weiteren Studium zu Jules Joseph Lefebvre nach Paris. Dort hinterließen die auf der Weltausstellung gezeigten Werke der englischen Präraffaeliten um Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones mit ihren mystischen Themen sowie die Bilder von Gustave Moreau einen nachhaltigen Eindruck auf den Maler, der 1883 der symbolistischen Gruppe der Brüsseler Künstlervereinigung »Les XX« beitrat. Khnopff, der wiederholt in München ausstellte, beeinflusste mit seiner idealistisch-symbolistischen Richtung auch den Münchner Jugendstil.