Landschaft zu "Elias in der Einöde" (M+)

Ferdinand Olivier

Landschaft zu "Elias in der Einöde", um 1830/31

Öl auf Leinwand, 75,7 x 56,3 cm
1906 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8426

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Landschaft zu "Elias in der Einöde"

Ferdinand Olivier beschäftigte sich mit der alttestamentarischen Geschichte des Propheten Elias in seinen frühen Münchner Jahren, nach der Übersiedlung 1830 aus Wien. In die felsige Waldlandschaft ist ein Bachbett eingegraben, dessen Wasserlauf in der endgültigen Fassung zu einem Rinnsal vertrocknet ist. Im Hintergrund wächst dichtes Baum- und Buschwerk, doch sind vorne die tektonisch geschichteten Felsplatten öde und karg. Gegenüber der Studie ist im formatgleich ausgeführten Gemälde die Landschaft weiträumiger, die Natur weniger bedrohlich aufgefasst. Hier sitzt Elias am Ufer des Baches Krith, wohin er sich auf Gottes Geheiß zurückgezogen hatte (1. Kön. 17, 1–7). Mit pathetisch ausladender Gebärde begrüßt er den von Gott gesandten Raben, der ihm Fleisch und Brot bringt,
und verweist zugleich auf den Feigenbaum vorne links.
Der Prophet in der Wildnis zeigt exemplarisch die von Olivier angestrebte Verbindung christlicher Themen mit einer sehr lyrischen Landschaftssicht, die ihrerseits religiösen Gehalt einschließt. Oliviers Interesse an dem Elias Stoff beruht somit auf einer tief religiösen Einstellung. Folgerichtig drängt der Künstler jeglichen gefühlvoll-romantischen Aspekt in den Hintergrund und akzentuiert den biblischen Grundgedanken: Verweist die wunderbare Speisung des Elias auf die Einsetzung der Eucharistie, symbolisiert der Feigenbaum den Frieden des messianischen Reiches.

Ferdinand Olivier (1785 ‐ 1841)

Leben und Werk

Wie nahe sich die konträren Auffassungen der Malerei Caspar David Friedrichs und jene der Nazarener kommen konnten, zeigt sich an der Person Ferdinand Oliviers. Als junger Künstler wurde er stark von Friedrichs Landschaftsmalerei beeinflusst, setzte sich aber zugleich, durch die Schriften Wackenroders und Tiecks angeregt, mit der Malerei Dürers auseinander. 1811 übersiedelte er nach Wien und trat dem Lukasbund bei, ging jedoch nicht, wie einige andere Mitglieder der Gruppe, nach Rom. Als überzeugter Protestant konvertierte Ferdinand Olivier auch nie zum katholischen Glauben, wie viele andere nazarenische Künstler es taten. Obwohl ihm die unmittelbare Italienerfahrung fehlte, stand er über seinen Bruder Friedrich Olivier in Kontakt mit der Kunst der Nazarener in Rom. Gleichwohl entwickelte Ferdinand Olivier unter dem Eindruck der österreichischen und deutschen Landschaft einen eigenständigen Stil, der aber deutlich nazarenisch geprägte Züge besitzt.

Ferdinand Olivier

Brunnen in der Campagna, um 1825/30

Öl auf Papier, auf Eichenholz geklebt, 25,0 x 18,9 cm
1917 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8920

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Ferdinand Olivier

Campagnalandschaft mit dem Soracte, um 1825/30

Öl auf Papier, auf Eichenholz geklebt, 24,8 x 19,0 cm
1917 aus Privatbesitz erworben
Inv. Nr. 8921

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Ferdinand Olivier

Elias in der Einöde, um 1831

Öl auf Papier, auf Eichenholz geklebt, 75,0 x 56,5 cm
1934 aus dem Kunsthandel erworben
Inv. Nr. 9957

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